Schuld am Verkehrs-Chaos ist ein Sattelschlepper, dessen Chauffeur kurz vor sechs Uhr auf der A1 Richtung Zürich auf der Höhe der Ausfahrt Neuenhof die Herrschaft über seine Komposition verlor. Der Lastwagen prallte gegen die Mittelleitplanke, überquerte dann sämtliche drei Fahrstreifen und kollidierte schliesslich am Rand mit einer Betonmauer.

Durch die Kollision mit der Mauer schlug beim stark beschädigten Lastwagen der Treibstofftank leck. Dadurch ergoss sich eine grosse Menge Diesel auf die Fahrbahn. Zudem befanden sich auf dem Anhänger des Lastwagens 28 Tonnen Salz, welches ebenfalls auf der Strasse landete.

Zeitverlust von bis zu 2 Stunden

Aufgrund der Bergungs- und Räumungsarbeiten musste die Kantonspolizei sämtliche drei Fahrstreifen in Richtung Zürich sperren. Im einsetzenden Berufsverkehr bildete sich sofort Rückstau. Dieser wuchs rasch an und erreichte im Lauf des Vormittags eine Länge von beinahe 20 Kilometern bis nach Aarau Ost.

Die Betroffenen mussten mit einem Zeitverlust von rund zwei Stunden rechnen. Auch in Richtung Bern stockte der Verkehr im Bereich der Unfallstelle auf mehreren Kilometern. Nach kurzer Zeit konnte der Verkehr durchgehend auf einem Fahrstreifen abfliessen, was die Lage allerdings nur bedingt beruhigte.

Um 11 Uhr, als eine zweite Fahrspur freigegeben wurde, begann sich die Situation langsam zu normalisieren, die Wartezeit betrug aber weiterhin rund eine Stunde. Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, sprach gegenüber «Radio Argovia» von einem «Riesen-Chaos».

Inzwischen hat sich die Verkehrslage weitgehend normalisiert. Aufgrund der Reparaturarbeiten bleiben im Raum Baregg in beiden Fahrtrichtungen aus Sicherheitsgründen noch einzelne Fahrstreifen gesperrt.

Staus im ganzen Kanton

Das Chaos beschränkte sich aber nicht nur auf die Region Baden, auch in der Umgebung von Lenzburg und Wohlen brach der Verkehr zusammen. So war etwa die Gemeinde Wohlen laut einer Leserreporterin völlig verstopft, mittlerweile läuft der Verkehr aber wieder flüssig. 

Neben der Kantonspolizei stand auch die Regionalpolizei im Einsatz, um den Verkehr in der Region zu regeln. Betroffen war auch die A3, wo sich der Verkehr zeitweise über zehn Kilometern bis gegen Effingen zurückstaute.

Lastwagenfahrer leicht verletzt

Die Feuerwehr ging mit Ölbindemittel gegen das ausgelaufene Öl vor und musste die Fahrbahn anschliessend mit einer Reinigungsmaschine säubern. Für die Bergung des havarierten Lastwagens stand eine Spezialbergungsfirma im Einsatz. Die Arbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen.

Der 55-jährige Lastwagenfahrer erlitt nach ersten Angaben leichtere Kopfverletzungen. Weitere Verkehrsteilnehmer kamen nicht zu Schaden.