Baden

Leben wie Herr und Frau Landvogt: Ab ins spätmittelalterliche Baden

Ein Audiorundgang vermittelt das Leben im städtischen Spätmittelalter.

Ein Audiorundgang vermittelt das Leben im städtischen Spätmittelalter.

Ein Audiorundgang gibt Einblick in den Alltag eines Badener Landvogts im Spätmittelalter. Dass der Rundgang so lebensnah gestaltet ist, kommt dem Museum zu Gute: Das Projekt wurde bis Ende November 2015 verlängert.

«Guten Abend, Herr und Frau Landvogt» ist ein stimmungsvoll inszenierter Audiorundgang, der das Publikum im Rahmen des Aargauer Gedenkjahres 1415 ins spätmittelalterliche Baden entführt.

An fünf Hörstationen tauchen Besuchende im angenehm kühlen Gewölbe des Landvogteischlosses mitten in das Leben des Landvogt-Ehepaars Hans und Katharina Dürler ein. Man schreibt das Jahr 1498, Dürler hat die Hälfte seiner zweijährigen Amtszeit in der Grafschaft Baden hinter sich.

Dreiste Diebe und Mandelsulz

Die Spannung steigt, wenn der Museumsbesucher mit der Laterne in der Hand die dunkle Wendeltreppe hochsteigt. Kerzen weisen den Weg durch das Landvogteischloss zu den verschiedenen Hörstationen.

Hufgeklapper hallt durch den Raum. Es riecht nach Stroh. Dann ertönt die Stimme von Frau Landvogt: «Ah, da bist Du ja!» Jetzt heisst es Kopfhörer aufsetzen und dem Dialog des Ehepaars lauschen. Landvogt Hans Dürler kommt von der Abnahme der Jahresrechnung an der Tagsatzung nach Hause und möchte essen.

Aber es warten noch Bittsteller auf ihn. Gattin Katharina fühlt sich unwohl, weil auch der Scharfrichter seine Aufwartung macht. Diese Anwesenheit bedeutet nichts Gutes. Doch leider treiben auch zwei dreiste Diebe ihr Unwesen in der Region.

Durch angeregte Gespräche, die Hans Dürler mit seiner Gattin, dem Schultheiss von Baden, seinem Untervogt und dem Scharfrichter führt, erfährt der Zuhörende hautnah, wie die Landvogtfamilie im Spätmittelalter lebte.

Und damit auch, welche Bedeutung Baden im 15. Jahrhundert als Gemeine Herrschaft, Tagsatzungsort und Zentrum der damaligen Eidgenossenschaft hatte. Jede Hörstation ist mit einem Guckloch bestückt, in dem – passend zu den Gesprächen – mittelalterliche Chroniken, Bilder und Gegenstände ausgestellt sind.

Wer einen Blick aus dem Fenster wirft, wird stutzig: Man blickt nicht etwa auf das heutige Baden, sondern an die Hausfassaden um 1498. Der Tagsatzungssaal ist soeben fertig, das Kornhaus befindet sich noch im Bau.

Nicht nur über die politischen Geschäfte, sondern auch den Privathaushalt von Herr und Frau Landvogt gibt es viel zu erfahren. «Es war uns wichtig, auf dem Rundgang lebensnahe Themen zur Sprache zu bringen und zugleich geschichtspolitische Inhalte zu vermitteln», erklärt Carol Nater Cartier, Leiterin des Historischen Museums Baden und freut sich:

Aufgrund der grossen Nachfrage wird der vom Badener Büro ImRaum entwickelte Audiorundgang bis Ende November 2015 verlängert. Das Landvogteischloss ist trotz des momentanen Umbaus im Historischen Museum Baden zu folgenden Zeiten geöffnet:

Di bis Fr, 13 bis 17 Uhr, Sa/So, 10 bis 17 Uhr.

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