Seit einem Monat kündigen Bauprofile auf der Allmend in Baden die Wohnüberbauung Belvédère an. In sieben Neubauten sind 37 Wohnungen (3,5 bis 6,5 Zimmer) und im ehemaligen Schützenhaus vier 3,5-Zimmer-Wohnungen geplant. Im Januar 2015 hatte die Wetter Immobilien AG (Baden) den Investorenwettbewerb für Planung, Erstellung und Verkauf der Wohnüberbauung Belvédère gewonnen, worauf ihr im März die zu überbauende Parzelle von den Badener Ortsbürgern im Baurecht übertragen wurde. Als Architekten mit im Team ist das Büro BEM Architekten AG (Baden). Für die Umsetzung verantwortlich zeichnet die Baugesellschaft Belvédère (BGB), bestehend aus der Wetter Immobilien AG und der Eglin Immobilien AG). 

Laut Philip Doka, Geschäftsleiter der Wetter Immobilien AG, beläuft sich das Investitionsvolumen auf 40 Mio. Franken. «Was die Architektur und die Nutzung betrifft, haben wir uns bei der Ausarbeitung des Projekts streng an die Ziele und Vorgaben des Gestaltungsplans gehalten.» Mit dem Resultat zeigt sich Doka sehr zufrieden. «Im Normalfall braucht eine solche Überbauung etwas Zeit, bis sie in ihrer Umgebung ihren Platz eingenommen hat. Doch aufgrund der Holz-Aussenfassaden und des neuen, relativ dichten Baumhains bin ich überzeugt, dass sich die Überbauung Belvédère sehr schnell und gut in die Umgebung einpassen wird», sagt Doka. Gemäss Investorenausschreibung sollen hier grosszügige Eigentumswohnungen für Familien des oberen Mittelstandes entstehen. «Die Vorgaben mit den teilweise sehr grossen Wohnungen umzusetzen, war nicht ganz einfach.» Man habe jetzt aus der Not aber eine Tugend gemacht, so Doka. «Wir bieten sogenannte Clusterwohnungen an – zwei bis vier private Bereiche gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen Koch- und Essbereich. Diese Clusterwohnungen würden sich insbesondere für aktive Senioren eignen, die gerne in einer Art Wohngemeinschaft leben würden, trotzdem aber nicht auf ihre Privatsphäre verzichten wollen, erklärt Doka.

Fensterfront im Schützenhaus

Als grösste Herausforderung bei der Projektausarbeitung beschreibt der verantwortliche Architekt Markus Fankhauser die Topografie und das Richtprojekt. Letzteres bildete die Grundlage des rechtskräftigen Gestaltungsplans. «Vieles war dadurch vorgegeben. Unser Ziel war es gleichwohl, ein eigenes Projekt mit eigener Identität zu schaffen, welches sich nicht am Richtprojekt anbiedert.» Mit dem Resultat sei man sehr zufrieden. «Wir haben das Projekt neu interpretiert und gleichzeitig die Vorgaben des Richtprojekts zum Beispiel mit den kreuzweise übereinandergelegten Terrassen eingehalten. Topografisch bestand die Herausforderung darin, dass wir trotz eines Höhenunterschieds des Areals von 15 Metern jedes Haus an die Einstellhalle mit 75 Parkplätzen anbinden wollten», so Fankhauser. Drei der sieben Häuser werden zwei Obergeschosse haben, die restlichen vier Häuser über zwei Obergeschosse plus ein Attikageschoss verfügen.

Auch Architekt Markus Fankhauser ist überzeugt, dass sich die Wohnungen gut in die Umgebung einpassen werden. «Die Wohnungen werden umgeben sein von einer Blumenwiese und in einem lichten Baumhain stehen. Von den Wohnungen aus blickt man über die Wiese direkt an den Waldrand; man wird das Gefühl haben, man lebe in einer Waldlichtung.» Einen besonders schönen Blick wird man dabei aus den vier Wohnungen im ehemaligen Schützenhaus haben. Auf der Südwest-Seite – dort wo früher die Gewehre angelegt wurden – sind grosszügige Terrassen und eine grosse Fensterfront geplant. «In den Maisonette-Wohnungen wird das historische Dachgebälk erhalten bleiben und eine schöne Galerie bilden», verrät Fankhauser.

Vorausgesetzt, es gehen keine Einsprachen ein, soll im Frühling mit dem Verkauf der Wohnungen begonnen werden. Geplant ist dann, Ende Jahr mit dem Bau zu beginnen. «Wir rechnen damit, dass die Wohnungen Mitte 2018 bezogen werden können», sagt Doka. Er ist optimistisch, dass dieser Fahrplan eingehalten werden kann. «Am Anfang spürten wir in der Nachbarschaft eine gewisse Skepsis und Zurückhaltung, was völlig normal ist bei solchen Bauvorhaben. Aber unter dem Strich kommt die Überbauung – man bedenke nur den früheren Schiessbetrieb – sicher einer Aufwertung für das ganze Gebiet gleich», so Doka.

Voll des Lobes ist auch Stadtrat Markus Schneider (CVP), der als Präsident der Stadtbildkommission amtet. «Klar, wenn man eine freie Fläche gewöhnt ist, ist ein Neubau anfangs immer ungewohnt.» Doch er sei überzeugt, dass sich das sorgfältig ausgearbeitete Projekt sehr gut in die Umgebung einpassen werde «und ein Gewinn für das Quartier sein wird». Er bestätigt, dass das Interesse an der Überbauung sehr gross sei «und, soweit ich beurteilen kann, in der Bevölkerung auf Anklang stösst».

Das Baugesuch liegt noch bis zum 8. März 2016 bei der Abteilung Planung und Bau Baden (Rathausgasse 5) auf.