Vorschrift
Leinenpflicht für Hunde in Wettingen – ziehen andere Gemeinden nach?

Wettingen hat für Hunde auf dem ganzen Siedlungsgebiet eine Leinenpflicht eingeführt. Andere Gemeinden in der Region sagen, ob das Thema auch bei ihnen zu reden gibt.

Roman Huber
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Die Hunde sollen laut dem neuen Polizeireglement im Siedlungsgebiet wie bisher an der Leine geführt werden müssen. Dagegen gibts Opposition. Symbolbild: NCH

Die Hunde sollen laut dem neuen Polizeireglement im Siedlungsgebiet wie bisher an der Leine geführt werden müssen. Dagegen gibts Opposition. Symbolbild: NCH

Roman Huber

Die Leinenpflicht, wie sie der Gemeinderat von Wettingen verfügt hat, kennt die Stadt Aarau seit 15 Jahren; Biberstein, Küttigen, Hirschthal und die beiden Entfelden haben sich vor fünf Jahren angeschlossen. Sie gilt nur für das Siedlungsgebiet.

Ausserhalb der bebauten Gebiete dürfen die Hunde frei herumlaufen, auf befestigten Waldstrassen auch im Wald, ausserhalb der Trag- und Setzzeit zwischen 1. April und 31. Juli des Jahres. Andere Gemeinden im Kanton Aargau kennen keine generelle Leinenpflicht im Siedlungsgebiet.

Die Polizeireglemente reduzieren eine solche auf Zonen wie Schul-, Sport- und Freizeitanlagen und auf verkehrsreiche Strassen. Zudem steht manchenorts, dass man Hunde nicht unbeaufsichtigt laufen lassen darf.

Problemfall Wettingen?

In Wettingen würden sich die Reklamationen auf die Spazierwege am Bächliweg und Gottesgraben konzentrieren, sagt der Wettinger Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. Neben unangenehmen Begegnungen, zum Beispiel zwischen Hunden und Kindern, sei vor allem der Kot ein Problem, der von freilaufenden Hunden hinterlassen, aber von deren Halterinnen und Haltern nicht aufgenommen werde, sagt Blickenstorfer.

Die Leinenpflicht werde für die Gemeinde Wettingen als kommunale Ergänzung im Polizeireglement aufgenommen. Die andern Gemeinden im Gebiet der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal lassen es bei der jetzigen Fassung bleiben.

«Bei uns liegen keine Reklamationen vor, die uns zu einem solchen Schritt veranlassen würden», sagt Susanne Voser, Gemeindeammann von Neuenhof. Auch am Rohrdorferberg stünde eine solche Massnahme derzeit nicht zur Diskussion, weiss Oberrohrdorfs Gemeindeschreiber Thomas Busslinger.

In seiner Tätigkeit als Polizeikommandant sei er noch nie mit einem solchen Hundeproblem im Siedlungsgebiet von Baden konfrontiert worden, sagt Martin Brönnimann, inzwischen doch schon zwei Jahr im Amt. Einmal habe es eine Reklamation wegen Hundekot gegeben, allerdings in einem Aussenquartier.

In Obersiggenthal sei die Leinenpflicht kein Thema, sagt Gemeindeschreiber Anton Meier. Im Siedlungsgebiet habe man auch kein Kot-Problem, aber im Landwirtschaftsgebiet. Ob das aus Unachtsamkeit oder Bequemlichkeit geschieht – da müssten laut Meier die betreffenden Hundehalter in Pflicht genommen werden. Die Kotaufnahmepflicht ist sogar im kantonalen Hundegesetz aufgeführt.

Gemäss Online-Umfrage des Badener Tagblatts (Dienstag, 17 Uhr) begrüssen 70 Prozent die Leinenpflicht im Siedlungsgebiet, 30 Prozent sind dagegen.

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