Galerien gibt es in der Stadt Baden viele. Aber wie steht es mit der Reputation der bildenden Kunst in der Limmatstadt und welche Zukunft steht ihr bevor? Patrick Nöthiger, Leiter Abteilung Kultur der Stadt Baden, beantwortet diese und andere Fragen.

Patrick Nöthiger, welches waren in den letzten 30 Jahren Badens grosse Meilensteine im Bereich Kunst?

Patrick Nöthiger: Um nur einige zu nennen: Die Einwohnergemeinde stellt jährlich einen Betrag zur Verfügung, um Werke für die städtische Kunstsammlung anzukaufen. Die Stadt Baden setzt bei allen Bauvorhaben einen prozentualen Beitrag für «künstlerischen Schmuck» ein. Sie unterstützt zudem seit langem private Initiativen. Dank der vom Stadtrat gegründeten «Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown» sind Garten, Haus sowie Bilder- und Antiquitäten-Sammlung von John Alfred Brown öffentlich zugänglich. Ein Meilenstein ist auch der Kulturweg Baden–Wettingen–Neuenhof, der von der 1992 gegründeten gleichnamigen Stiftung geführt wird. Die Stadt Baden engagiert sich als Mitbegründerin im Stiftungsrat, leistet Unterhalts- und jährliche Betriebsbeiträge.

Wie steht es mit der Förderung von besonders talentierten Künstlerinnen und Künstlern?

Die Stadt Baden kann eine lange Tradition in der Kunstförderung vorweisen und führt seit 1986 eine eigene städtische Galerie. Zuerst im Kornhaus, später im Amtshimmel und heute mit dem Kunstraum in der ehemaligen Werkhalle der Regionalwerke Baden. Dort können auch immer wieder talentierte Newcomer ihre Werke präsentieren. Seit 2012 stellt die Stadt Baden über ihre Mitgliedschaft in der Schweizer Städtekonferenz Kultur Auslandateliers zur Verfügung und unterstützt die Künstlerinnen und Künstler, wenn sie sich für einen Aufenthalt in diesen Ateliers entscheiden.

Kann man auch künftig ein Support im Bereich bildende Kunst von der Stadt erwarten?

Ja. Ab Herbst 2015 steht projektbezogen und damit jeweils auf eine bestimmte Zeit befristet ein Künstleratelier in der Alten Schmiede zur Verfügung. Das Atelier wird auf der Grundlage der städtischen Kulturförderrichtlinien vergeben.

Ist Baden ein fruchtbarer Boden für die darstellende Kunst oder – wegen der Nähe zu Zürich – eher ein schwieriges Pflaster?

Die Stadt Baden darf durchaus als fruchtbarer Boden für bildende Kunst bezeichnet werden. Aber die Nähe zu Zürich ist sicher spürbar. Dies wirkt auf die Dynamik in der Region Baden-Wettingen. Die Kunstschaffenden müssen sich stark auf die Suche nach Nischen ausrichten, wenn sie in der Region bestehen wollen.

Sind Sie zufrieden mit der Vielfalt der hiesigen Kunstszene oder besteht noch Luft nach oben?

Baden bietet ein adäquates Feld für die Entstehung und Rezeption bildender Kunst. Mit dem Angebot wird auch der im Kulturkonzept formulierte Auftrag der «Vielfalt» erfüllt. Im Vergleich zu anderen Sparten wie beispielsweise der Musik ist die Kunst aber sicher nicht im Übermass vertreten.

Könnten Sie sich für die Zukunft neue Schwerpunkte vorstellen im Bereich der bildenden Kunst?

Die Aufgabe der Stadt ist es, die bestehenden und in letzter Zeit entstandenen Angebote zu konsolidieren und vorhandene Potenziale auszuschöpfen. Die finanziellen Rahmenbedingungen erlauben in den nächsten Jahren kaum die Schaffung neuer Angebote.