Baden

Lernende packen auf der «Burghalde»-Baustelle mit an

«Spannend, die Theorie in der Praxis live auf der Baustelle zu sehen»

«Spannend, die Theorie in der Praxis live auf der Baustelle zu sehen»

Auf der Baustelle für das Sekundarstufenzentrum Burghalde in Baden dürfen Bauzeichner-Lernende im 2ten Lehrjahr während einer Woche praktische Erfahrung sammeln. Die Lernende Enya Michaelis erzählt, was ihr das gebracht hat, und Bauleiter Laurindo Lietha sagt, warum sich das auch für die Bauunternehmer auszahlt.

Die Bauarbeiten auf dem «Burghalde»-Areal in Baden laufen auf Hochtouren und kommen gut voran. Gleichzeitig erfahren angehende Zeichnerinnen im Bereich Architektur, wie Entwürfe vom Blatt auf der Baustelle Realität werden.

Die Baustelle «Burghalde 1» bietet nun freie Sicht auf den Rohbau der Turnhalle. Seit knapp einem Jahr ist das kommunal geschützte Schulhaus bereits im Umbau. Bis 2021 soll die Baustelle fertig sein, damit die Bez-, Sek- und Realschüler nach den Sommerferien hier unterrichtet werden können.

«Wir liegen im Zeitplan, es läuft gut», sagt der örtliche Bauleiter Laurindo Lietha. «Es muss aber auch gut laufen, denn der Endtermin kann nicht verschoben werden. Die Schüler können schliesslich nicht einfach einen Monat länger Ferien machen», ergänzt er.

Frisch aus den Ferien kommen nun die Lernenden, die momentan auf der Baustelle sind. Bis zu acht Lernende Zeichner der Fachrichtung Architektur machen ihr einwöchiges Baustellenpraktikum in der «Burghalde 1». Zwei der Praktikanten sind die 18-jährige Enya Michaelis und die 16-jährige Alissa Semadeni. Beide sind im zweiten Hochbauzeichner-Lehrjahr und haben die Praktikumswoche bereits hinter sich.

Arbeit auf der Baustelle unter Aufsicht

«Das waren unsere ersten Eindrücke in der Bauwelt», sagt Michaelis. Zuerst habe es eine Einführung gegeben, danach durften die Praktikantinnen gleich mitanpacken. «Aber immer mit einem Bauarbeiter zusammen», sagt Semadeni. Da es die ersten Berührungen mit einer Baustelle sind, dürfen die Praktikanten nicht unbeaufsichtigt arbeiten. «Sie machen jedoch schon viele der Aufgaben, die in einer Baustelle anfallen», sagt Lietha.

Die Praktikantinnen ziehen eine positive Bilanz von ihrer Einsatzwoche. «Es war sehr lehrreich. Ich konnte sehr viele Zusammenhänge verstehen», sagt Michaelis. «Statt alles in einer Zeichnung zu sehen, haben wir es in der Realität gesehen – das ist natürlich was ganz anderes», pflichtet ihr Semadeni bei.

Eine Woche im Rohbau zu verbringen sei eine sehr spezielle Erfahrung gewesen, sind sich beide einig. Auch der Bauleiter sieht die Praktikumswoche als etwas Positives: «Das ist eine typische Win-win-Situation. Dadurch verstehen die Zeichner, was ein Strich auf einem Plan für Auswirkungen auf die Baustellen-Arbeiten haben kann.»

Der Blick hinter die Kulissen

Überall auf der Baustelle schwirren Praktikanten mit Leuchtwesten in Zweiergruppen herum. Die einen sind mit dem Stahlboden beschäftigt, die anderen tragen Holzplatten mit sich. «Hier sind wir gerade an der Quelle, weil uns die Bauarbeiter sehr weiterhelfen», sagt Michaelis. Dadurch könne man vieles lernen, was in der Theorie in der Schule untergehen würde.

Die «Burghalde 1»-Baustelle sei speziell, weil es sich hierbei um einen Umbau handelt. «Der Vergleich zwischen einem Um- und einem Neubau ist natürlich sehr interessant», sagt Semadeni. Dazu käme die Grösse der Baustelle: «Es ist von Vorteil, dass es hier so gross ist, da lernen wir noch viel mehr.»

Der eigentliche Arbeitsplatz der beiden Mädchen ist im Büro. Von der Baustelle kriegen sie hinter den Zeichnungen nicht viel mit. «Genau deswegen machen wir das. Es ist sehr interessant, hinter die Kulissen zu blicken und die Realität zu sehen», sagt Michaelis.

Noch bis Ende September werden die restlichen Lernenden in Gruppen für jeweils eine Woche auf der Baustelle sein. Für die zwei Praktikantinnen geht es nun zurück ins Büro: «Wir kümmern uns jetzt wieder um die Striche auf den Plänen, aber wir wissen jetzt, was genau die Striche in der Realität darstellen», sagt Michaelis.

Grösste Mobilkran der Schweiz ist im Einsatz

Die Praktika sind bald fertig, die Bauarbeiten gehen jedoch weiter. Als Nächstes sollen die Stahlträger auf die Turnhalle kommen. Dazu wird ein 450 Tonnen schwerer Mobilkran eingesetzt. «Das ist der Grösste, der in der ganzen Schweiz im Einsatz ist», sagt Bauleiter Laurindo Lietha.

Das soll rund zwei Wochen dauern. Der Zeitplan ist streng getaktet: «Bis im Frühjahr muss der Rohbau fertig sein.» Danach ist die Gebäudehalle an der Reihe. Ab 2020 soll dann der erste Teil des Innenaufbaus beginnen. «Dann werden Gipserarbeiten, Bodendämmungen und Unterlagsböden sowie die Rohinstallationen der Haustechnik gemacht», erklärt Lietha. Für ihn und die Bauarbeiter würde nun die angenehme Arbeitszeit anfangen, da die Temperaturen langsam fallen: «Im Herbst wird es leichter.»

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