Die Sauterelles gaben schon 2013 in der Vorweihnachtszeit ein umjubeltes Konzert in der Stanzerei Baden. Dieses Jahr kamen sie zurück und spielten wieder im brechend vollen Haus. «Vielleicht lassen wir das zur Tradition werden», meinte Toni Vescoli, unverwüstlicher Pferdeschwanzträger und Kopf der Band vor seinem Auftritt.

Vor 52 Jahren wurden die Sauterelles aus der Taufe gehoben und sind ihrem Sound bis heute treu geblieben. Erdige, manchmal zirpende und schrille Gitarrenklänge, vierstimmiger Gesang, melodiöse Stücke. Direkt und schnörkellos.

Steiler Einstieg ins Konzert

Um dem Stanzerei-Publikum einzuheizen, spielten die «Heuschrecken» gleich zu Beginn des Konzerts «Hongkong», ihren Nummer-eins-Hit von 1965. Natürlich kamen auch die anderen grossen Erfolgsnummern der Sauterelles zu Gehör. Allen voran «Heavenly Club», mit dem die Formation 1968 als erste Schweizer Band einen Chartbreaker in Amerika und Japan hatte. «Das war damals der absolute Höhepunkt in meinem Leben und wurde nur noch von der Geburt meiner Tochter Natalie im selben Jahr getoppt», erinnert sich Vescoli.

Im Herbst 2014 ist seine Autobiografie «MacheWasiWill» erschienen. Darin erzählt er über seine frühen Jugendjahre in Peru und die Rückkehr in der Schweiz; wie er trotz seiner blonden Mähne in der Schule als «Tschingg» gehänselt wurde, weil sein Grossvater Italiener war. Und auch, wie ihm der strenge Papa verbieten wollte, 1962 die Sauterelles zu gründen.

Erfolglos. Denn Toni machte eben – getreu dem Buchtitel – was er wollte. Und legte damit den Grundstein für die hierzulande erfolgreichste Band der Sixties. Nach zahlreichen Unterbrüchen und Schicksalsschlägen gab es ein Revival der Sauterelles. Mit Vescoli sind heute Düde Dürst (Schlagzeug), Freddy Mangili (Bass) und Peter Glanzmann (Gitarre, Keyboards, Percussion) auf der Bühne.

2013 nahm das Vierergespann nach 45 Jahren erstmals wieder ein Album mit dem Titel «Today» auf. Neben Beatles-Nummern und einem Kinks-Medley spielten sie daraus zum Schluss ihres Konzerts in der Stanzerei «Time to say bye». Nächstes Jahr werden sie wieder an der Beatles-Week in Liverpool teilnehmen. Dort spielen Hunderte von Formationen auf. Aber die Sauterelles sind bald die einzige authentische Band aus den Sechzigerjahren, die immer noch auf der Bühne steht.

Begeistertes Publikum

Ein Ende ist nicht abzusehen. Der 72-jährige Vescoli: «Musik ist mein Leben, und ich habe noch viele Projekte.» Ursula Bossard aus Niederrohrdorf zeigte sich nach dem vielbeklatschten Auftritt der vier Urgesteine begeistert und meinte: «Toll, dass es die Sauterelles immer noch gibt. Sie sind einfach coole Typen, und ich liebe ihren erdigen Sound.»