Baden

Letzte Staffel von Stoffwechsel mit einem Wort-Feuerwerk

Urs Haerden, Markus Reinert und Simon Libsig (v.l.) von Stoffwechsel vor dem Royal. lvo

Urs Haerden, Markus Reinert und Simon Libsig (v.l.) von Stoffwechsel vor dem Royal. lvo

Die Poetry-Slam und Spoken-Word-Veranstalter haben die finale Saison eingeläutet. Angefangen hat alles 2003 im Keller des ehemaligen Subton.

Seit 2003 veranstaltet Stoffwechsel regelmässig Poetry-Slam-Veranstaltungen. Die sechs Freunde begannen am Cordulaplatz, im Keller des ehemaligen Subton. Später wechselten sie ins Royal, wo seither alle Events stattgefunden haben.

Stoffwechsel fing zu einer Zeit an, als mehr oder weniger alle Mitglieder studierten und höchstens 20 Minuten voneinander entfernt lebten. Jetzt leben sie in drei verschiedenen Städten, nur noch zwei sind in Baden verblieben. «Wir denken es ist besser jetzt aufzuhören, wir wollen das ganze Projekt nicht einfach ausfransen lassen», sagt Simon Libsig. «Darum sagten wir uns, dass wir jetzt noch einmal Vollgas geben und für die Abschlussstaffel mit unseren Lieblingskünstlern, die wir über die letzten Jahre gewonnen haben, etwas organisieren.»

«Stoffwechsel gehört im Bereich Spoken-Word und Performance-Poetry zu den ersten Adressen im deutschsprachigen Raum. Auf dieser kleinen Bühne stehen die Grossen der Szene, hautnah, umringt vom hungrigen Publikum. Nirgends ist man dichter am Dichter», steht auf der Internetseite. Obwohl Stoffwechsel so klein ist, kennt man ihn in der Slam- und SpokenWord-Szene. Stoffwechsel veranstaltete den ersten Slam des Kantons Aargau, der regelmässig stattfand, zu einer Zeit, in der die Slam-Bewegung noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Zusammenarbeit mit dem Royal funktioniert reibungslos. «Wir sind dort selbstständig, mit der Infrastruktur, wie zum Beispiel mit der Bar, läuft das ganz unkompliziert», sagt Urs Haerden. «Baden bietet sich an für Veranstaltungen, da es eine sehr hohe Konzentration an Kultur gibt und die Leute untereinander gut vernetzt sind. Es gibt eine gute Basis um Leute zu finden, die etwas machen wollen», sagt Urs Haerden. Das Royal sei dafür ein gutes Beispiel. Zudem sind alle von Stoffwechsel in der Grossregion Baden aufgewachsen. Der Wunsch dort etwas zu gestalten, wo man lebt, habe sie angetrieben.

Teil der lokalen Kulturszene

Die Idee von Stoffwechsel war, dass man etwas Aufkommendes anpacken kann und nicht herkömmliche Partys organisiert. Stoffwechsel wollte eine offene Bühne schaffen für diverse Künste. «Ich habe zu der Zeit angefangen zu schreiben und so hat sich der Poetry-Slam dann angeboten und ergeben», sagt Libsig. In den letzten zwölf Staffeln hat Stoffwechsel ungefähr 150 Künstler in verschiedene Formationen auf der Bühne präsentiert. Sie organisierten viele kabarettistische Programmpunkte und veranstalteten auch Theatersport und einige Konzerte. «Die Konzerte sind aber nicht wirklich gut gelaufen. Wir haben gemerkt, dass es in Baden genügend Konzertveranstaltungen gibt und die Leute übersättigt sind», sagt Markus Reinert. «Nach ein paar Jahren, etwa in der Hälfte sagten wir uns, dass wir das gesprochene Wort in den Vordergrund rücken.» Das Nordportal habe dann auch begonnen Slams zu veranstalten und sie hätten sich dann mit den Jukebox-Storys wieder vom Rest abgehoben. Jukebox-Storys stellte sich als beliebtes Format raus. Und so funktioniert das: Vier oder fünf Künstler aus verschiedenen Sparten wie Literatur, Singer/Songwriter oder Filmer, stehen auf der Bühne und das Publikum bestimmt mit Stichworten das Programm. Die Künstler reagieren darauf mit einer passenden Darbietung aus ihrem Repertoire.

Immer am zweiten Samstag im Monat, von September bis Mai, findet nun noch die letzte Stoffwechsel-Staffel statt.

Stoffwechsel präsentiert im Royal:

11. Oktober, Laurin Buser & Band

8. November, Paul Weigl: Gleisheiten – Ich bin so Underground, steig aber bald um

13. Dezember, Speakers’ Corner, Thomas Binotto: Vom Fluch, ein Held zu sein

Mehr zum Programm finden Sie hier

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