Neuenhof
Letztes öffentliches WC geschlossen – das sorgt nun für Kritik

«In Neuenhof gibt es kein öffentliches WC mehr. Es ist unmöglich, dass für die Verrichtung der Notdurft nur die Natur zur Verfügung steht.» Die CVP Neuenhof findet in ihrer Stellungnahme zur anstehenden Gemeindeversammlung klare Worte.

Luca Belci
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Müssen öffentliche Bauten weiter als Ersatztoilette herhalten? (Symbolbild)

Müssen öffentliche Bauten weiter als Ersatztoilette herhalten? (Symbolbild)

mackoflower - Fotolia

Weiter verweist die Partei darauf, dass «die Umgebung von Migros, Gemeindehaus und Schulanlagen Nacht für Nacht von Jugendlichen heimgesucht wird». Gemäss CVP-Präsident Ueli Rothenfluh sei vor etwa zwei Monaten mit der Toilette am Bahnhof noch das letzte öffentliche WC in Neuenhof geschlossen worden. Dasjenige bei der Bushaltestelle Landhaus im Zentrum sei bereits seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb.

Bauverwalter Peter Richiger erklärt: «Aufgrund eines Brandfalles mussten wir die Toilettenanlage schliessen.» Es sei jedoch in Zusammenarbeit mit den SBB ein neues Konzept in Planung. Dies soll nachhaltig sein und nicht wie in der Vergangenheit lediglich die Spuren des wiederkehrenden Vandalismus’ beseitigen.

«Im Zentrum planen wir zurzeit kein neues, öffentliches WC, da die bestehenden Räumlichkeiten dem Kanton oder Privaten gehören», sagt Richiger. Die Gemeinde Neuenhof habe jeweils lediglich den Unterhalt bestellt.

«Das Fehlen von öffentlichen Toiletten und weitere kleine Anliegen wurden uns an der letzten Parteiversammlung Anfang Juni aus der Bevölkerung zugetragen», erklärt Rothenfluh. Dort seien auch die beiden CVP-Vertreter im Gemeinderat, Frau Gemeindeammann Voser und Gemeinderat Hürsch, anwesend gewesen. «Sie haben unsere Anliegen aufgenommen und in den Gemeinderat getragen», so Rothenfluh.

Doch passiert sei nichts. «Es macht generell den Anschein, als würden in Neuenhof kleine und banale Themen auf der Strecke bleiben, während sich die Gemeinde auf grosse Brocken konzentriert.» Damit spricht er die geplante, bevorstehende Kindergartenrenovation und -erweiterung für 5,6 Millionen Franken an.

Der zuständige Gemeinderat Hanspeter Benz war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.