Von aussen her betrachtet ist es nur ein Buchstabe, der den Touring Club Schweiz (TCS) vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) unterscheidet. Während sich die eine Gruppe aber vor allem für den motorisierten Privatverkehr einsetzt – oder «für die freie Wahl der Verkehrsmittel», wie der TCS auf seiner Website schreibt –, setzt sich die andere Gruppe, der VCS, stärker für den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr ein.

Nachdem am Montag bekannt wurde, dass das Bundesamt für Strassen (Astra) die Strassenbeleuchtung entlang der Autobahn vor dem Baregg-Tunnel in Baden-Dättwil für ein halbes Jahr versuchsweise abschalten will, gab sich der TCS-Aargau-Präsident Thierry Burkart «sehr skeptisch» über die Massnahme.

Er glaube nicht, dass diese «die ganz grosse Energieersparnis» bringen würde. «Man kommt zur Vermutung, dass es mehr ein symbolischer Akt ist», sagte er gegenüber der «Aargauer Zeitung». Zudem sei es «ohnehin fragwürdig, die Lichtverschmutzung auf der Autobahn zu reduzieren, wo doch der Verkehrslärm das grösste Problem ist».

Mit dieser Aussage kommt Thierry Burkart vom TCS einem der Hauptanliegen des VCS ziemlich nahe. Hans Hauri, einst Gründungspräsident des VCS, ehemaliger Badener Einwohnerratspräsident und seit den 80er-Jahren im Ortsteil Dättwil nahe der Autobahn wohnhaft, gibt ihm für einmal sogar ein wenig recht. «Klar, der Lärm ist ein Problem», sagt er, wobei die kleine Gemeinsamkeit zwischen TCS und VCS aber von kurzer Dauer bleibt.

«Die einfachste Lösung wäre, die Geschwindigkeit auf diesem Autobahnabschnitt zu senken. Da will ich sehen, was Thierry Burkart dazu meint», sagt Hauri.

Erwartungsgemäss habe er sich über den Entscheid des Astra sehr gefreut. «Ich war schon immer der Ansicht, dass ein Teil der Lichter vor dem Baregg-Tunnel abgeschaltet werden könnte.» Er verweist dabei auf die Ungleichbehandlung der Autobahn im Vergleich zum Veloweg – ein typisches VCS-Anliegen –, der zwischen Birmenstorf und Dättwil-Segelhof praktisch parallel zur Autobahn führt. «Ich finde es unverhältnismässig, wenn die Autos, die alle ihre eigenen Scheinwerfer haben, auf dem Autobahn-Abschnitt Partylichtverhältnisse haben, während es auf dem Veloweg nebenan vollkommen dunkel ist.»

Ziel der Abschaltung der Lichter vor dem Baregg ist gemäss dem Astra, den Energieverbrauch und die Lichtverschmutzung zu senken. Für Zweiteres verspricht das Astra, die verbleibenden Leuchten rund um den Bareggtunnel mit «lichtverschmutzungsneutralen LED-Leuchten» auszustatten.

Als Hans Hauri dies in der Zeitung gelesen hatte, musste er laut lachen, wie er erzählt. «Ich glaube nicht, dass es solche Lichter gibt, die mehr als rund fünf Meter weit leuchten», sagt er. Doch er räumt ein, dass es sicher bessere Lösungen gäbe als die jetzige.

Was jetzt das grösste Problem ist, die Licht- oder die Lärmverschmutzung – für Hauri sei man «um jedes Element froh, das wegfällt». Je nach Windrichtung sei der Lärm gemäss ihm an gewissen Stellen Dättwils «grauenhaft». Dort, wo er wohne, habe man sich zwar an den Lärm «mehr oder weniger gewöhnt». An der Überbauung Höchi aber sei die Situation problematisch. Oder noch schlimmer: «Am unpassendsten ist der A1-Lärm auf dem Friedhof Dättwil während einer Abdankung. Da wäre fast ein Megafon nötig», sagt er.