Ruine Stein

Lichtermeer hoch über den Dächern von Baden

1500 Kerzen schaffen ein weihnächtliches Ambiente. Punkt 18 Uhr werden die Scheinwerfer ausgeschaltet.

1500 Kerzen schaffen ein weihnächtliches Ambiente. Punkt 18 Uhr werden die Scheinwerfer ausgeschaltet.

Am Kerzenlichterfest auf der Ruine Stein herrschte familiäre Stimmung.

Steil führen die Stufen hinauf zur Ruine Stein – das weiche Licht der unzähligen Kerzen leitet den Weg. Langsam verschwindet die Sonne am Horizont und färbt den Himmel in ein dunkles Orange. Die Schatten der Bäume und des Turmes entfalten eine mystische Atmosphäre hoch über den Dächern von Baden. Zusammen mit dem Publikum war es nun an der Zeit, die rund 1500 Kerzen auf der Ruine zu entfachen.

Der Anlass auf der Ruine hat mittlerweile Tradition – ursprünglich von der Fasnachtsclique Harlekin initiiert, organisiert nun seit 16 Jahren eine Gruppe von Freunden den sinnlichen Event, wobei sie finanziell von der Stadt Baden unterstützt werden: «Das Ganze basiert auf Freiwilligenarbeit», sagt Lucienne Eichenberger, die selbst mithilft, das Kerzenlichterfest durchzuführen. Der Einsatz lohnt sich: «Hier trifft man auf Leute, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.»

Und wahrlich, es herrscht eine warme und familiäre Stimmung auf dem Areal der Ruine Stein. Diese erreicht ihren Höhepunkt, als pünktlich zum Glockenschlag um 18 Uhr die Scheinwerfer ausgeschaltet werden und die altehrwürdigen Gemäuer nur noch von den flackernden Kerzen und dem Vollmond am wolkenlosen Himmel erleuchtet werden. Während einige bei einem Glühwein, Punsch oder einer wärmenden Suppe die magisch anmutende Atmosphäre des Lichtermeeres hoch über der Stadt Baden geniessen, haben sich andere derweil in der Sankt-Nikolaus-Kapelle eingefunden. Dort entführen Sängerin Tabea Herzog und Thomas Jäggi am Spinett die Besucher in die längst vergangene Zeit des Barock. Am Ende erhalten die Zuschauer die Möglichkeit, selbst in die Musik mit einzustimmen.

Wie jedes Jahr gab es auch an diesem Abend eine Kollekte – der Erlös erhält diesmal das Waisenhaus «Nacopca» in Kambodscha, das Kindern des südostasiatischen Staates eine Schulbildung ermöglicht.

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