Tanz

Liebeserklärung an den Flamenco und an Baden

Ein Bild von «Orpheus. Eurydike», das 2011 in der Klosterkirche Königsfelden aufgeführt wurde.

Ein Bild von «Orpheus. Eurydike», das 2011 in der Klosterkirche Königsfelden aufgeführt wurde.

Flamencos en route traten zum 60-Jahr-Jubiläum des Kurtheaters Baden mit «canto amor» auf. Das Kurtheater ist die Heimat der Tänzer. Auf dieser Bühne tanzten sie vor 28 Jahren ihre erste Produktion und kommen seither immer gerne wieder «heim».

Die Nyckelharpa erklingt im ausverkauften Kurtheater Baden. Brigitta Luisa Merki, die Gründerin, Choreografin und künstlerische Leiterin der Tanzcompagnie Flamencos en route, betritt als erste Tänzerin die Bühne. Der Reissverschluss am Rücken ihres schwarzen Kleides blitzt im Scheinwerferlicht auf, währenddem sie sanft ihre Arme und Hüften wiegt. Nanas – Wiegenlieder – sind die ersten Liebeslieder, die ein Mensch in seinem Leben hört, und bilden den Einstieg in die Suite Flamenco, die eigens für die Galavorstellung anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums des Kurtheaters Baden choreografiert wurde.

Besonderes Badener Gefühl

«Das Kurtheater ist sozusagen unsere Heimat, auf dieser Bühne tanzten wir vor 28 Jahren unsere erste Produktion und kehren seither immer wieder zurück», fasst Brigitta Luisa Merki die Bedeutung der Spielstätte zusammen und fügt hinzu: «Vor dem treuen Badener Publikum zu spielen, das unser Schaffen seit Jahrzehnten verfolgt, ist ein besonderes Gefühl.»

Grossen Gefühlen, konkret der Liebe, ist denn auch die Suite «Flamenca» gewidmet: In solistischen Parts und Duetten setzen die Tänzerinnen und Tänzer Leidenschaft, Verführung, Eifersucht und Hingabe in Bewegungen um und spielen mit den vielfältigen Ausdrucksformen des Flamenco. Im zweiten Teil des Abends sind Ausschnitte aus der Liebestragödie «Orpheus. Eurydike. Das Paradies» zu sehen, die im Mai 2011 in der Klosterkirche Königsfelden Premiere feierte. Beeindruckend ist die Wandelbarkeit des Bühnenbildes von Gillian White: Lichteinfall und Farbgebung auf die sechs rostigen, ineinander verschachtelten Eisenplatten vermögen die Stimmung von Grund auf zu verändern.

Tosender Applaus

Verschiedene künstlerische Kräfte fliessen auf der Bühne zusammen, indem Bühnenbild, Tanz, Gesang und Musik in Dialog zueinander treten und sich zu einer Einheit verweben. Diese Einheit, in der jedoch jeder seine Individualität wahrt, findet im Schlussbild, sowohl des ersten als auch des zweiten Teils seinen Ausdruck: Alle Künstler finden im Kreis zusammen. «So viele Individuen, die aus verschiedenen Sparten und Stilen kommen, in einer Produktion zu vereinen, ist immer ein Balanceakt.» Diese Herausforderung hat Brigitta Luisa Merki mit Bravour gemeistert, was ihr das Badener Publikum mit tosendem Applaus verdankt.

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