Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben das Essen in den Mittagstischen «Falken» und «Linde» in Baden kritisiert und bemängelt, dass es nicht immer genug habe. Das Essen liefert das Zentrum für Körperbehinderte Aargau (Zeka), das in Baden-Dättwil auch ein Restaurant betreibt.

Ueli Speich, Stiftungsleiter Zeka, nimmt die Äusserungen der Jugendlichen ernst. Trotzdem sei es wichtig, dass man sie relativiere und den Jugendlichen erkläre, was ihnen beim Essen guttue und was nicht. Das Geschmacksempfinden hängt gemäss Speich auch davon ab, was die Kinder sonst essen. Fertigprodukte zum Beispiel würden oft Geschmacksverstärker enthalten. «Ich kann mir deshalb schon vorstellen, dass sie unser Essen im Vergleich fad finden», sagt Speich.

Nachwürzen sei immer möglich. Urs Vonesch, der Küchenchef, ergänzt: «Wir salzen eher zurückhaltend und würzen das Essen stattdessen mit Kräutern.» Wer für Kinder und Jugendliche koche, müsse anders würzen, äussert sich ein Leser in einem Onlinekommentar. Vonesch widerspricht: «Ich habe selber zwei jugendliche Kinder und die essen aus dem gleichen Topf wie meine Frau und ich.» Selbstverständlich seien die Menus am Mittagstisch aber auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmt: «Im Restaurant löschen wir ein Ragout mit Wein ab. Das ist bei Jugendlichen natürlich tabu», sagt Vonesch.

Wie das Essen bei den Mittagstischen ankommt, überprüft Zeka mittels jährlicher Umfragen. Die Rückmeldungen lassen sie in die Planung fürs nächste Jahr einfliessen: «Ebly haben wir deshalb aus dem Angebot genommen», sagt Vonesch.

Die Menüs setzen sich immer aus einer Eiweiss-, Stärke- und Gemüsekomponente zusammen. Die Leitung des Mittagstischs bestellt Ende Woche per Mail die gewünschte Menge an Essen. Zeka gibt die Portionen der Komponenten in Gramm pro Person an. «Es ist eine Herausforderung, immer alles passend zu bestellen», sagt Cécile Lanz, die Leiterin der «Mittagstreffs». Sie möchten einerseits nicht unnötig Resten produzieren und gleichzeitig gewährleisten, dass jeder Jugendliche genug bekommt. «Deshalb schöpfen wir die erste Portion», sagt Lanz. Zeka berechne seine Menüs so, dass jedes Kind in einem gesunden Sinn satt werde, sagt Speich. «Das heisst aber nicht, dass es nicht Kinder gibt, die noch mehr hätten essen können.» Gerade angesichts der Zunahme der Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher gelte es aber auch, diese zum Masshalten zu motivieren.

Im Schuljahr 2013/2014 wurde die Preisstruktur angepasst: Im Mittagstisch landen seither nur noch Schweizer Fleisch und zertifizierter Fisch in den Tellern. Am gesamten Menupreis hat sich dadurch aber nichts geändert, weil der Preis der Stärke- und Gemüsekomponente entsprechend nach unten angepasst wurde. Da die beiden «Mittagstreffs» anteilsmässig mehr Fleisch und Fisch – also die teureren Komponenten – bestellen, wurden die Preise per Schuljahr 2014/2015 durch den Mittagstisch von zehn auf zwölf Franken angehoben. Dazu kam eine Lieferpauschale von 35 Franken pro Tag, die Zeka seit zwei Jahren ihren Kunden verrechnet. Mit der Preiserhöhung im nächsten Schuljahr auf 15 beziehungsweise 18 Franken hat Zeka nichts zu tun. Diese wird nötig, weil die Subventionen von Bund und Kanton wegfallen (BT vom 21.5.).