Gebenstorf
Liegenschaftsbesitzer Humbel: «Ich bin kein Querulant»

Die am Gebenstorfer Bauknatsch Beteiligten rechtfertigen sich. Die Bezeichnung als Querulant will Liegenschaftsbesitzer George Humbel nicht auf sich sitzen lassen. Bald darf gebaut werden.

Erna Lang-Jonsdottir
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George Humbel steht links von seiner Liegenschaft, deren Mieter der Kran ein Dorn im Auge ist

George Humbel steht links von seiner Liegenschaft, deren Mieter der Kran ein Dorn im Auge ist

elj

Am Alten Kirchweg in Gebenstorf sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Seit drei Jahren wartet das Baukonsortium auf die Baubewilligung. Grund: George Humbel, dessen zwei Liegenschaften an das Grundstück am Alten Kirchweg grenzen, reichte Beschwerde ein, da die Parkplätze seiner Schreinerei für eine breitere Zufahrtsstrasse hätten weichen müssen.

In der Zwischenzeit konnten sich die Parteien einigen. Der Regierungsrat hat den Gestaltungsplan vor ein paar Tagen bewilligt. Wie Gemeindeschreiber Stefan Gloor erklärt, wird auch der Gemeinderat dem Bauprojekt Anfang Juni grünes Licht geben.

Das Baukonsortium

Die Bauherrschaft Konsortium «Alter Kirchweg» besteht aus Rico Merlo, Gebenstorf, W. Kuhn AG, Niederrohrdorf und Rolf Zünd AG, Baden. Am Alten Kirchweg sollen 2 Mehrfamilienhäuser mit 3,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen entstehen. Den Architekturauftrag hat die Firma Merlo Architekten AG. (elj)

Humbel wird seine Beschwerde nicht weiterziehen. «Ich habe nichts gegen das Bauprojekt. Betreffend die Strasse sind wir zu einer Lösung gekommen», sagt Humbel. Als Querulant will er sich aber nicht betiteln lassen. Dies lässt er Bruno Kuhn, Geschäftsführer der Firma W. Kuhn AG aus Niederrohrdorf und Bauherr, ausrichten, der ihn in der gestrigen az Aargauer Zeitung als solchen bezeichnet hat.

Baustopp und Strassenblockade

«Das war vielleicht etwas hart ausgedrückt», nimmt Bruno Kuhn Stellung dazu. Humbel habe das Bauvorhaben drei Jahre lang verzögert, das sei mühsam. «Die Bauherrschaft wollte mir meine Parkplätze wegnehmen», kontert Humbel. Damit nicht genug: Aus der Sicht von Humbel hat die Firma Kuhn mehrmals gegen das Gesetz verstossen. Turbulenzen entstanden Anfang Mai, als mit einem Bagger der Firma Kuhn auf dem Grundstück abgegraben wurde, worauf der Gemeinderat einen Baustopp erliess.

Wenige Tage später folgte die Anlieferung der Kranelemente, obschon die Bewilligung des Gemeinderats dazu fehlte. Bei der Anlieferung wurde die Dorfstrasse blockiert und zwei Gebäude leicht beschädigt. Kuhn relativiert die Vorwürfe: «Wie bereits gesagt, es handelte sich bei diesen Vorfällen um Missverständnisse.»

Bewilligung für Tafel eingereicht

Der Höhepunkt für Humbel ist der neuliche Versuch zweier Männer einer Reklamenfirma, «ohne Baubewilligung eine Werbetafel vor das Fenster einer meiner Mieter im Küngenwinkel zu montieren». Diese hätten behauptet, Kuhn habe die Montage in Auftrag gegeben. Dazu äussert sich nun Philipp Merlo, Merlo Architekten AG, der bisher keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen wollte, da die Firma nicht zum Baukonsortium gehört. «Für den Verkauf der Eigentumswohnungen hat die Bauherrschaft eine Maklerfirma beauftragt.»

Diese habe eine Reklamefirma mit der Werbetafel beauftragt, die am 14. März bei der Gemeinde ein Baugesuch eingereicht habe. «Richtig ist, dass die Reklamefirma die Bautafel aufstellen wollte und zu diesem Termin noch keine Baubewilligung vorlag.» Mit diesem Sachverhalt habe weder das Konsortium, noch das Architekturbüro eine Verantwortung auf sich zu nehmen. «Weder die Bauherrschaft noch das Architekturbüro wollten eine Tafel ohne Bewilligung erstellen.»