Baden
Limmat soll mehr Ökostrom liefern

Die Kraftwerke Aue und Schiffmühle sollen ausgebaut werden. Insgesamt wird so die Stromproduktion um 22 Prozent auf 30,5 Millionen Kilowattstunden gesteigert.

Lukas Bertschi
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Das Wehr (vorne) des Kraftwerks Aue ist mit einer Dotierturbine ausgerüstet worden.

Das Wehr (vorne) des Kraftwerks Aue ist mit einer Dotierturbine ausgerüstet worden.

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Die Limmatkraftwerke AG wollen mit der Konzessionserneuerung die Stromproduktion bei ihren beiden Kraftwerken Schiffmühle (Untersiggenthal) und Aue in Baden erhöhen. Die Limmatkraftwerke AG sind eine Tochtergesellschaft der Regionalwerke AG Baden und der AEW Energie AG, Aarau. Sie haben Anstösser und vom Verfahren tangierte Organisationen über das weitere Vorgehen bei den Arbeiten orientiert. Während bei der Aue alles wie vorgesehen läuft, blockiert eine Beschwerde Fortschritte beim Kraftwerk Schiffmühle.

Beim Badener Kraftwerk Aue soll ein Restwasserkraftwerk erstellt und eine Maschinengruppe ersetzt werden. Insgesamt wird so die Stromproduktion um 22% von 25 Millionen auf 30,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) gesteigert werden. Die geplanten Arbeiten in Höhe von knapp 20 Millionen Franken stiessen an der Orientierung auf wenige Einwände.

Von Beginn an kommuniziert

Dies liegt laut dem technischen Leiter Edi Kuhn auch daran, dass von Beginn weg viel mit den Interessengruppen kommuniziert worden sei. «Man muss miteinander reden und nicht warten, bis jemand wütend wird», so Kuhn. So wurden an der Orientierung lediglich noch kleinere Dinge bemängelt, wie die Sperrung des Flusses für den Schiffsverkehr und die Problematik beim Übersetzen für die Pontoniere. Des Weiteren erkundigte sich der WWF, wo man die Steinblöcke einzukaufen gedenke. Schon heute werden bei der Aue Rodungsarbeiten vorgenommen, die eigentlichen Bauarbeiten werden voraussichtlich am 13. Juni beginnen und innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein.

Probleme bei der Schiffmühle

Komplizierter ist die Situation bei der Erstellung eines neuen Restwasserkraftwerks in Turgi. Eine laufende Beschwerde beim Regierungsrat verhindert vorerst den Erhalt einer Baubewilligung für das 9,6 Millionen Franken teure Projekt. Die Beschwerde hat der Abwasserverband Baden Wettingen eingereicht, da von diesem Land enteignet werden soll. «Man hätte dem Abwasserverband lediglich eine Nutzungsrechtswahrung zusichern müssen», so Kuhn.

Behörden sind langsamer

Da eine solche Änderung sich bei den Behörden immer hinziehen würde, könne wohl nicht vor den Sommerferien mit dem Bau begonnen werden. Der Abwasserverband Baden Wettingen wollte zum laufenden Verfahren nicht Stellung nehmen.

Kuhn zeigt sich mit dem Verlauf des Orientierungsanlasses zufrieden und ist sich sicher, dass «die Aue läuft». Das Wasser, das man dort habe, solle man intelligent nutzen; es sei zudem ein Beitrag an die ökologische Stromversorgung. Dies sei nicht erst seit dem Erdbeben und dem Reaktorunglück in Fukushima so. «Ich habe schon immer gesagt, dass sich Wasserkraft rentiert», so Kuhn.

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