Würenlos
Limmattal wird nun doch nicht zum Aargauer Silicon Valley

Die Softwarefirma Profidata AG hat ihr Projekt auf dem Flüehügel beerdigt. Die Firma ist nach Urdorf umgezogen. Nun sollen statt des Firmendomizils 25 neue - teure - Wohnungen entstehen.

Fabienne Eichelberger und Dieter Minder
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Im Flüepark Würenlos ist der Bau von 25 Wohnungen geplant.

Im Flüepark Würenlos ist der Bau von 25 Wohnungen geplant.

Im kalifornischen Silicon Valley stehen die weltweit führenden Unternehmen der Computerbranche. Dort wurde und wird entwickelt, was weltweites Marktpotenzial hat. Kurze Zeit bestand für Würenlos die Chance, zu einer Art Silicon Valley der Schweiz zu werden. Doch jetzt ist diese ungenutzt verstrichen: die Profidata hat ihr Projekt für eine Denkfabrik auf dem Flüehügel beerdigt. Dafür sind anstelle der alten Villa 25 Wohnungen des oberen Preissegmentes geplant.

Profidata nach Urdorf umgesiedelt

Vor sechs Jahren sahen die Pläne noch anders aus: Die Grundeigentümerin Profidata AG wollte ihren Hauptsitz und damit rund 100 Arbeitsplätze nach Würenlos verlegen. Die Geschäftsräume im Neuenhof waren dem stark expandierenden Unternehmen zu eng geworden. Das Areal auf dem Flüehügel wurde in eine Spezialzone umgezont. Eine nicht ganz einfache Sache, die zu massiven Verzögerungen führte. Mittlerweile ist das Vorhaben gestorben: Die Profidata AG ist nach Urdorf gezogen. «Wir haben uns von Würenlos verabschiedet. Es gibt keinen Grund, in den Aargau zurückzukehren», kommentiert Christian Widmer, CEO der Profidata AG, die Situation. Das Unternehmen entwickle sich in Urdorf sehr gut. Mit dem neuen Projekt habe Profidata nichts zu tun: «Wir verkaufen das Land.»

Wohnungen statt Arbeitsplätze

«Jetzt werden wohl einmal mehr teure Wohnungen entstehen», sagt Gemeindeammann Hansrudolf Reber. Er bedauert, dass die Profidata ihr ursprüngliches Vorhaben nicht realisiert. «Wir hatten fest damit gerechnet und uns um die Firma bemüht.» Der Gemeinderat hätte eine Stärkung des Arbeitsplatzes Würenlos begrüsst. «Aber selbstverständlich empfangen wir auch neue Einwohner.» Was die Zonierung anbelangt, können auf dem Flüehügel sowohl Wohn- wie Bürohäuser gebaut werden, erklärt Gemeindeammann Reber. «Der Gestaltungsplan verlangt lediglich, dass die Kubaturen eingehalten werden.»

Beim Flüehügel handelt es sich um eine bedeutende Landmarke im Limmattal. Entstanden ist er vor über 20000 Jahren, als Endmoräne des Linth-Rhein-Gletschers. Sein Pendant auf der anderen Talseite ist das Buechbüel bei Killwangen.

25 Wohnungen sind geplant

Der vom Architekten Dominik Moser geplante Wohnbau wird sich auf den hinteren Bereich der Parzelle 3606 beschränken. Die bestehende Parklandschaft soll erhalten bleiben. Ausserdem wird das Gebäude nur von der Industriestrasse her erschlossen sein. Die Wohnungen sind jedoch Richtung Süden orientiert. Eine zusätzliche Aufwertung für die Wohnungen sind zwei Innenhöfe. Diese sorgen für die Belichtung der mittleren Wohnungen. Jede der 25 Wohnungen wird zudem mit einem Balkon ausgestattet sein, der grösstenteils überdacht ist. Die Wohnungen werden sich auf drei Geschosse verteilen. Ausserdem wird eine zweigeschossige Tiefgarage geplant. Die Grundfläche des Wohnbaus beträgt 1355 Quadratmeter. Grösstenteils werden 41⁄2- und 51⁄2-Zimmer-Wohnungen geplant. Deren Fläche wird sich zwischen 150 und 190 Quadratmetern bewegen. Das Baugesuch liegt bis 19. August bei der Gemeinde Würenlos auf.