Das Kloster Fahr muss dringend renoviert, teilweise saniert werden. Unter anderem entsprechen die Elektroanlagen aus dem Jahre 1909 in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen. Auch die einfach verglasten Fenster sind Energiefresser. Zudem ist kürzlich die Schnitzelheizung definitiv ausgefallen. Die Folge: bis zu 1000 Liter Öl werden nun verbrannt - täglich.

Nebst inneren und äusseren Restaurierungsarbeiten ist geplant: die Sanierung des Kirchturms, die Erneuerung der elektrischen Anlagen, der Ersatz der einfach verglasten Fenster, die Erneuerung der Heizungsanlagen sowie eine sanfte Sanierung der Nebengebäude. Die letzten Renovierungen liegen dreissig bis fünfzig Jahre zurück.

Für 11 Millionen Franken sanieren

Auf 11 Millionen Franken sind die Sanierungsmassnahmen für die nächsten fünf Jahre veranschlagt. Insgesamt ist die Erneuerung auf 20 Millionen Franken berechnet. Allein kann die Klostergemeinschaft diese finanzielle Leistung nicht erbringen.

Doch wer hilft? Für Hans Ulrich Reber, Gemeindepräsident von Würenlos, zu deren Gemeindegebiet die Exklave Kloster Fahr bei Unterengstringen gehört, ist klar: «Nicht nur die Gemeinden rundherum, sondern auch die Kantone Aargau und Zürich sollten sich an den Kosten beteiligen.»

Für Priorin Irene Gassmann ist es wichtig, die Sanierung umgehend an die Hand zu nehmen, damit später nicht noch grössere Kosten entstehen. Denn: Das Kloster Fahr soll nach wie vor eine Oase im dicht besiedelten Limmattal und ein Ort mit besonderer Ausstrahlung bleiben.

Zum Zeichen der nachbarschaftlichen Verbundenheit mit dem Kloster lud der Dietiker Kirchgemeindepräsident Karl Geiger Ende September dieses Jahres sämtliche katholischen Kirchenpflegepräsidenten der Umgebung zu einer gemeinsamen Sitzung ein.

Grosse kulturelle Bedeutung

Ziel dieses Treffens war eine vertiefte Information über das bevorstehende Sanierungsprogramm für das Kloster. Man sollte sich ebenso über die Höhe der entsprechenden finanziellen Hilfe absprechen. Denn: «Mit dem Kloster Fahr verbindet uns eine sehr lange Geschichte», so Karl Geiger. Für ihn sei aber ebenso die kulturelle und landschaftliche Bedeutung des Klosters für die ganze Region von grossem Wert. Zudem unterstütze das Kloster Fahr die Pfarreien durch die Herstellung verschiedener kirchlicher Gegenstände wie zum Beispiel von Paramenten, also Umhänge für die Geistlichen.

Geiger betont ebenso die kulturellen Aktivitäten im Bereich Literatur, Musik und Bildung. «Die ausgezeichnet geführte Bäuerinnenschule ist weit über das Limmattal hinaus bekannt», ergänzt der ehemalige Dietiker Stadtrat. Im Weiteren sei das Kloster ein beliebter Ort für Kinder, die an den gehaltenen Tieren - Hasen, Schweinen, Kühen und Geissen - stets grosse Freude bekunden.

Grosse Wertschätzung

Inzwischen haben die meisten Limmattaler Pfarreien dem Kloster Fahr ein überaus grosses Weihnachtsgeschenk bereitet. «Bis jetzt können wir dem Kloster Fahr genau 200 000 Franken an die Sanierungskosten überweisen», freut sich Karl Geiger, «dies zeugt davon, dass die Limmattaler Katholiken diese klösterliche Oase überaus wertschätzen.»