Der Heubode-Saal war am Freitagabend voll. Die Bewohner von Untersiggenthal scheinen sich offensichtlich für die Dorfpolitik und speziell für die bevorstehende Wahl zu interessieren.

Die ehemalige Gemeinderätin Jeannine Grob Moretti begrüsste das Publikum. Noch nie hatte zuvor eine Podiumsdiskussion unter Gemeinderatskandidaten stattgefunden. Da Therese Engel Hitz (parteilos) aus familiären Gründen (Nachwuchs) ihren vorzeitigen Rücktritt gegeben hatte, steht am 22. November nun die Ersatzwahl an.

Moderator Stefan Ulrich, Journalist bei Radio SRF, stellte zu Beginn das Wissen der Kandidaten über die Gemeinde auf die Probe. Er wollte erfahren, wie hoch die Anzahl Haushalte oder der Ausländeranteil im Dorf sei. Sowohl Kleiner, Zimmermann wie auch Gamma schnitten dabei mässig ab. Ulrich sprach danach die Kandidaten auf deren Motivation für den Gemeinderatssitz an.

Christian Gamma wollte sofort die Initiative ergreifen, doch Ulrich gab zuerst Gregor Zimmermann zu Wort. Der Grüne wohnt am kürzesten in Untersiggenthal. Er möchte jedoch mit seinem Know-how in der Raumplanung die Entwicklung der Gemeinde vorantreiben. Christian Gamma seinerseits ist mit dem Dorf tief verwurzelt zu sein. Der Kantonsgeometer wuchs in Untersiggenthal auf und war schon in seiner Jugend in diversen Vereinen aktiv.

Dafür möchte er sich auch weiterhin einsetzen. Peter Kleiner hingegen ist ein politischer Neuling. Er sei von Leuten aus dem Dorf angefragt worden, ob er sich um den Gemeinderatssitz bewerben möchte, sagt er. Nach und nach sei dieser Gedanke in ihm gereift. «Ich bin ein motivierter Quereinsteiger, der frischen Wind in den politischen Alltag reinbringen kann.»

Christian Gamma startete daraufhin den ersten Angriff: Es sei wichtig, im Dorf vernetzt zu sein. «Man sollte hier keine Parteibüechli-Wahlen durchführen, schliesslich kann der Gemeinderat nicht rein bürgerliche Entscheide treffen.» Auf dieses Votum schaltete sich das Publikum in die Diskussion ein. Es gehe nicht, wenn der Gemeinderat nur aus Bürgerlichen bestehe. Zimmermann blies seinerseits zum Gegenangriff. «Christian Gamma bringt dem Gemeinderat keinen Mehrwert, da ein rein bürgerlicher Gemeinderat definitiv zu schlechteren Entscheiden kommt, da in einer solchen Zusammensetzung weniger Alternativen geprüft werden.»

Angriffslustiger Gamma

Nach dieser kleinen Auseinandersetzung beruhigte sich die Runde vorübergehend. Bei Themen wie der Zentrumsplanung und Schulförderung sind sich die Kandidaten einig. Christian Gamma zeigte Kampfgeist in dieser Diskussion, doch Kleiner und Zimmermann liessen sich nicht unterkriegen und konterten gekonnt. Der Wahlkampf dürfte bis zum Schluss spannend bleiben.