Obersiggenthal
Linus Egger will Ammann werden: "Es herrscht Unzufriedenheit in der Gemeinde"

Es kommt noch einmal zu einer Kampfwahl um das Amt des Gemeindeammanns: Neben Amtsinhaber Dieter Martin (FDP) kandidiert nun auch Gemeinderat Linus Egger (CVP).

Andreas Fahrländer
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Linus Egger (links) Gemeinderat und Dieter Martin, Gemeindeammann nach dem ersten Wahlgang

Linus Egger (links) Gemeinderat und Dieter Martin, Gemeindeammann nach dem ersten Wahlgang

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Jetzt ist es klar: Der Obersiggenthaler Gemeinderat Linus Egger (CVP) tritt im zweiten Wahlgang neu als Kandidat für das Amt des Gemeindeammanns an. Weil Amtsinhaber Dieter Martin (FDP) noch einmal antritt, kommt es am 26. November erneut zu einer Kampfwahl.
Linus Egger sagt zu seiner Kandidatur: «Ich habe die Resultate des ersten Wahlganges angeschaut und gesehen, dass eine Unzufriedenheit herrscht in der Gemeinde.»

Er habe zudem Zuspruch von Leuten aus fast allen Parteien bekommen. Egger findet, die Bevölkerung solle eine Auswahl haben und entscheiden können, wer Gemeindeammann werde: «Mir liegt Obersiggenthal sehr am Herzen. Deshalb und wegen meines sehr guten Resultats als Gemeinderat habe ich mich dafür entschieden, als Ammann-Kandidat anzutreten.»

Linus Egger ist ein erfahrener Politiker. Ab 2006 sass er acht Jahre lang für die CVP im Obersiggenthaler Einwohnerrat, vier Jahre davon als Fraktionspräsident. Egger war auch Präsident der Finanzkommission. Seit 2014 ist er als Gemeinderat Finanzvorsteher. Zudem hat er jeweils die Wahlkämpfe seiner Frau Esther Egger organisiert, die für die CVP Gemeinderätin, Grossrätin und Nationalrätin war.

Der 68-Jährige ist pensioniert, zuvor arbeitete er als Finanzcontroller bei verschiedenen internationalen Konzernen, unter anderem bei ABB.
Egger hatte vor dem ersten Wahlgang gesagt, er wolle sich je nach seinem Abschneiden als Gemeinderat entscheiden, ob er als Ammann-Kandidat antritt. Am 24. September hat er mit 1403 Stimmen das zweitbeste Resultat hinter seinem Parteikollegen Walter Vega gemacht. Bei der Ammann-Wahl hat er 173 Stimmen gemacht, obwohl er nicht offizieller Kandidat war.
Amtsinhaber Dieter Martin verpasste seine Wiederwahl als Ammann im ersten Wahlgang um 76 Stimmen.

Er sagte nach dem ersten Wahlgang: «Ich bin enttäuscht, dass es nicht für die Wiederwahl gereicht hat.» Martins Kandidatur hatte für Gesprächsstoff gesorgt, weil er angekündigt hatte, nach der Hälfte der kommenden Legislatur zurückzutreten. Er erreicht im kommenden Mai das Pensionsalter und will deshalb spätestens Ende 2019 zurücktreten. Im ersten Wahlgang war Martin noch gegen den parteilosen Franz Mesey ins Rennen gestiegen. Mesey schaffte die Wahl in den Gemeinderat nicht und kann deshalb als Ammann nicht mehr kandidieren. Dieter Martin war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.