Remetschwil
Littering und Ruhestörung auf dem Schulareal – braucht es einen Sicherheitsdienst?

Während Remetschwil vermehrt Littering und Ruhestörungen auf dem Schulareal verzeichnet, konnten die anderen Gemeinden um den Rohrdorferberg eine Besserung melden. Grund dafür ist vermutlich das schlechte Wetter.

Stefanie Suter
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Symboldbild: Solche Bilder sind in Remetschwil zurzeit vermehrt anzutreffen.

Symboldbild: Solche Bilder sind in Remetschwil zurzeit vermehrt anzutreffen.

az/Archiv

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...Millionen Franken Kosten verursacht Littering in der Schweiz jährlich, wie aus einer Studie des Bundesamtes für Umwelt von 2011 hervorgeht. Das entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Betrag von rund 18 Franken.

Auch bleibe viel Abfall liegen, welcher der Hauswart wegräumen müsse. Zu Sachbeschädigungen sei es bis jetzt nicht gekommen. «Littering und Lärm sind das Hauptproblem», sagt Mürset. Gegen Fussball spielende Jugendliche sei nichts einzuwenden. «Bis spät in die Nacht hinein laut reden und Musik hören, das geht jedoch nicht.»

Damit die Jugendlichen in Zukunft die Nachtruhezeiten einhalten, wird die Regionalpolizei (Repol) vermehrt Kontrollen durchführen. Bleiben diese wirkungslos, überlege sich der Gemeinderat weitere Massnahmen, sagt Gemeindeammann Rolf Leimgruber. «Eine Alternative wäre ein privater Sicherheitsdienst, wie beispielsweise in Oberrohrdorf.»

Ein Jugendraum speziell für die Jugendlichen gibt es in Remetschwil zurzeit nicht. «Zusammen mit den umliegenden Gemeinden befassten wir uns mit diesem Thema», sagt Leimgruber. «Aber einen passenden Raum zu finden ist schwierig.»

Weniger Vandalenakte als 2013

Etwas gebessert hat sich die Lage in anderen Rohrdorfer Gemeinden. Littering sei zwar nach wie vor ein Thema, sagt der Fislisbacher Gemeindeschreiber Donat Blunschi. «In diesem Sommer hatten wir aber weniger Probleme mit liegen gelassenem Abfall.» Ein Grund sei sicher das schlechte Wetter im Juli und August: «Bei nassem und kaltem Wetter treffen sich die Jugendlichen weniger auf dem Schulareal.»

Stark abgenommen haben die Vandalenakte. So wurden 2013 in Fislisbach auf der Schulanlage Leematten Lampen zertrümmert, Unterführungen versprayt oder Velohalterungen bei einer Bushaltestelle zerstört. Seit einiger Zeit ist aber etwas Ruhe in die Gemeinde eingekehrt.

«Grössere Vandalenakte hatten wir in den letzten Monaten kaum mehr», sagt Roger Kamber, Leiter Tiefbau in Fislisbach. Auch hier könnte das schlechte Wetter einen positiven Einfluss gehabt haben, sagt Gemeindeschreiber Blunschi. Zudem setzt die Gemeinde seit letztem Jahr Belohnungen für Hinweise aus der Bevölkerung aus.

«Ich kann mir vorstellen, dass dies für einige ein Anreiz ist, sich eher bei der Polizei zu melden», vermutet Blunschi. «Ebenfalls trägt die vermehrte Patrouillentätigkeit der Repol bei sogenannten ‹Hotspots› für die Vermeidung von Littering und Vandalenakten bei.» Auf eine Videoüberwachung verzichtet die Gemeinde: «Der Erfolgsfaktor ist umstritten.»

Auch in Niederrohrdorf scheint das schlechte Wetter in den letzten Monaten das Litteringproblem etwas entschärft zu haben: «Es war schon schlimmer», sagt der stellvertretende Gemeindeschreiber Erich Keller. Zu Vandalenakten im grösseren Ausmass kam es schon länger nicht mehr, abgesehen von verschmierten Baustellenabschrankungen.

Neben dem schlechten Wetter vermutet Keller noch andere Gründe: «Zurzeit wird das Oberstufenzentrum Hüslerberg gebaut – der Lärm und die Baustelle wirken sicherlich nicht einladend, um sich auf dem Schulareal aufzuhalten.» Die Vandalen, die im letzten Jahr in das Schulhaus Rüsler eingebrochen waren und dort randaliert hatten, konnten ermittelt werden.

«Ich vermute, dies hatte eine präventive Wirkung. Die Jugendlichen wissen nun, dass wir etwas unternehmen und dass solche Taten Konsequenzen haben.» Kameras zu installieren ist in Niederrohrdorf im Moment noch kein Thema. «Es könnte aber sein, dass die Gemeinde in naher Zukunft einen privaten Sicherheitsdienst anstellt, der regelmässig auf dem Schulgelände patrouilliert.»