Normalerweise geben Kreditabrechnungen im Wettinger Einwohnerrat selten zu Diskussionen Anlass. Nicht so am Donnerstagabend. Die Finanzkommission beantragte an der Sitzung, die Kreditabrechnung für die Beiträge an das Badenfahrtprojekt «Little Wettige» zurückzuweisen (AZ vom 14.6.). Dies mit dem Auftrag, dass es sich bei den 55 000 Franken nicht um eine Nettokreditsumme handelt, sondern dass die beiden Teile – Unterstützung für die Mitwirkung (30 000 Franken) und die Risikogarantie (25 000 Franken) – getrennt zu behandeln seien.

Zur Erinnerung: Der Einwohnerrat hatte im Dezember 2016 für die Wettinger Klamauktruppe «Chropfchrötte» 55 000 Franken gesprochen, davon waren 25 000 Franken als Risikogarantie definiert, 30 000 Franken waren Beträge für Festplaketten sowie Eintritte an einer Vorpremiere mit Essen für die freiwilligen Helfer. Dank dem kommunalen Zuschuss ergab sich ein Gewinn von 27 000 Franken, budgetiert hatten die «Chropfchrötten» mit einem Plus von 18 000 Franken.

Nun präsentierte der Gemeinderat eine Rechnung, bei der die Risikogarantie nicht benötigt wurde, die 30 000 Franken jedoch um 13 800 Franken überschritten wurde.

Antrag stiess auf Zustimmung


Kristin Lamprecht (SP), Mitglied der Finanzkommission, betonte, dass es nicht um die Frage gehe, ob «Little Wettige» ein Erfolg war oder, ob man für oder gegen die Unterstützung von Wettinger Vereinen ist. «Es geht um die Frage, ob die Kreditabrechnung, wie sie vorliegt, korrekt ist.» Es sei nicht die Absicht gewesen, dass mit Steuergeldern private Gewinne erhöht würden.

Der Antrag der Fiko stiess auf Zustimmung: Würden öffentliche Gelder für private Projekte gesprochen, dann müssten alle Abrechnungen transparent abgerechnet werden, sagte etwa Alain Burger im Namen der Fraktion SP/WettiGrüen. «Das war hier aber nicht der Fall.» Diese Meinung teilte Orun Palit (GLP): «Bei der Aktenauflage lag keine detaillierte Abrechnung vor.» Franziska Widmer von der Fraktion EVP/Forum 5430 sagte: «Wir bemängeln, dass der entstandene Mehraufwand nicht klar einsehbar ist». Der SVP stiess die Abrechnung «sauer» auf, wie Jürg Baumann sagte: Vereine zu unterstützen sei in Ordnung, aber mit Beträgen helfen, Gewinne zu maximieren, sei nicht in Ordnung. Die CVP hingegen beschloss Stimmfreigabe: "Für uns ist klar, dass das Geld dem richtigen Zweck zugeführt wurde, niemand hat sich bereichert", sagte Thomas Benz.

"Wir nehmen Kritik auf"


Gemeindeammann Roland Kuster (CVP) bedauerte die Situation. Wettingen habe an der Badenfahrt eine tolle Präsenz gezeigt und viele Leute hätten sich für ein sensationelles Fest engagiert. Dank des schönen Wetters sei entsprechend der eine oder andere Mehraufwand entstanden. Niemand hätte privat Vorteile gezogen, die 13 800 Franken seien einzig für Wettinger Vereine. Der Gemeinderat habe keine Kompetenzüberschreitung gemacht auch müsse er keinen Zusatzkredit sprechen. «Wir nehmen die Kritik auf, wir ziehen Lehren daraus und werden künftig bei ähnlichen Situationen Anträge stellen, die unmissverständlich sind», sagte Kuster.


Der Antrag der Fiko wurde schliesslich mit 37 Ja zu 5 Nein angenommen - und der Kredit somit zurückgewiesen.


Neben der «Little Wettige»-Kreditabrechnung standen am Donnerstagabend weitere Geschäfte auf der Traktandenliste. So genehmigten die Einwohnerräte den Rechenschaftsbericht und die Rechnung 2017 einstimmig.