Während die meisten Gemeinden im Bezirk Baden für das Jahr 2017 bessere Rechnungen präsentieren konnten als budgetiert, resultiert in Neuenhof ein Minus von 347 000 Franken. Budgetiert war ein Plus von 200 000 Franken. Zum Vergleich: Die Rechnung 2016 schloss noch mit einem Plus von einer Viertelmillion Franken ab. «Massgeblichen Einfluss auf das deutlich schlechtere Jahresergebnis hat der Steuerertrag. Insbesondere der Steuerertrag aus natürlichen Personen weist das erwartete Wachstum nicht aus», schreibt die Gemeinde. Tatsächlich ist die Einwohnerzahl seit 2015 rückläufig. Gegenüber der Langfristplanung hat die Gemeinde Ende Jahr ein Minus von 200 Einwohnern verzeichnet.

«Durch die rege Bautätigkeit wurden einzelne Liegenschaften gesamtsaniert, was mit teilweise monate- oder jahrelanger Unbenutzbarkeit von Wohnungen oder sogar dem Abriss und Neuaufbau von Liegenschaften verbunden ist», schreibt die Gemeinde. So waren bei den natürlichen Personen knapp 16 Mio. Franken Steuereinnahmen budgetiert, eingenommen hat man aber nur 14,7 Mio. Franken. «Die Mindereinnahmen bei den Steuereinnahmen der natürlichen Personen ist natürlich nicht erfreulich», sagt Hanspeter Frischknecht, Abteilungsleiter Finanzen. Doch es gebe gute Anzeichen, dass es im 2018 wieder aufwärtsgehe. Frischknecht setzt auch Hoffnungen in den Anfang Jahr in Kraft getretenen neuen Lasten- und Finanzausgleich. «Viele Parameter werden nun für uns besser berücksichtigt, was in Mehreinnahmen resultieren sollte.»

Ungenügende Selbstfinanzierung

Erfreulich ist hingegen die Entwicklung bei den Aktiensteuern. Die gute Wirtschaftslage habe dazu geführt, dass die Einnahmen aus Aktiensteuern hoch ausgefallen seien. Konkret: Resultierten in der Rechnung 2016 noch 1,38 Mio. Franken Aktiensteuern, waren es letztes Jahr 1,85 Mio. Franken.

Bei den Aufwendungen konnten die Sozialhilfekosten auf tiefem Niveau gehalten werden. Auch die Sachaufwendungen hätten sich nicht erhöht. Hingegen mussten erheblich höhere Kosten für die Gemeindebeiträge an die Pflegefinanzierung verbucht werden. So haben sich die Kosten im Vergleich zum 2014 mit rund 0,6 Mio. auf 1,1 Mio. Franken im 2017 fast verdoppelt.

Das deutlich tiefere Jahresergebnis habe auch zur Folge, dass für die nächsten Jahre die Aufgaben- und Finanzplanung keine genügende Selbstfinanzierung ausweise, so die Gemeinde. Diese solle eigentlich nebst der Finanzierung der laufenden Investitionen auch eine Reduktion der Verschuldung der Gemeinde aus laufenden Einnahmen ermöglichten. Der Gemeinderat werde an der kommenden Gemeindeversammlung den Bürgern deshalb verschiedene Massnahmen zur Reduktion der Verschuldung präsentieren.