Baden/Wettingen

Lokale Rotaryclubs retten traditionellen Adventsmarkt der Arwo – im Dezember stand er vor dem Aus

Jedes Jahr sind rund 3000 Menschen auf dem Badener Adventsmarkt anzutreffen.

Jedes Jahr sind rund 3000 Menschen auf dem Badener Adventsmarkt anzutreffen.

Noch im Dezember stand der seit 13 Jahren stattfindende Adventsmarkt der Wettinger Stiftung vor einer ungewissen Zukunft. Dies, weil die Organisation immer aufwändiger wird und finanzielle negativ zu Buche schlägt. Nun springen vier Rotary-Clubs der Region Baden ein.

Seit 13 Jahren organisiert die Wettinger Arwo-Stiftung auf dem Kirchplatz in Baden einen Adventsmarkt. Jeweils Anfang Dezember bieten rund 400 Menschen mit Beeinträchtigungen aus über 60 Deutschschweizer Institutionen ihre selbsthergestellten Produkte an. Doch im Dezember 2019 teilte die Stiftung mit, dass sie nicht wisse, ob sie den Markt weiterhin durchführen könne. Weil die Organisation immer aufwendiger geworden sei und finanziell negativ zu Buche geschlagen habe, müsse man neue Lösungen suchen, sagte Arwo-Geschäftsführer Roland Meier damals zur AZ.

Diese wurde nun auch gefunden: Von nun an wird die Stiftung von den vier Rotary Clubs der Region Baden unterstützt, erklärt Roland Wunderli im Namen der Organisation. Der Club ist international vernetzt und setzt sich für gute Zwecke ein. Deshalb passe dieses Engagement auch sehr gut zu ihnen, sagt Wunderli, Geschäftsführer der «Badener Taxi» und in den Jahren 2018/2019 höchster Rotarier von Basel bis Chiasso.

Als er von den Herausforderungen der Arwo vernommen hatte, sei ihm gleich klar gewesen, dass dieser Adventsmarkt nicht sterben dürfe: «Ich finde, er gehört zu Baden wie das Lichterwecken.» Deshalb wurde das Thema in einer Vorstandssitzung des Rotary Clubs Wettingen-Heitersberg diskutiert und das Projekt «Rettet den Badener Adventsmarkt» von Flavio De Nando und Roland Michel initiiert.

Nach der Kontaktaufnahme mit der Arwo habe sich herauskristallisiert, dass diese vor allem die Personalkosten finanziell belastet: «Und wir haben genug Manpower, um mit anzupacken», bekräftigt Wunderli. Ausserdem wüssten die Rotary-Mitglieder, wie sich die Menschen, die bei der Arwo leben und arbeiten, jedes Jahr auf diesen Markt freuen und wie viel Herzblut sie im Vorfeld in ihre Kunst stecken.

Durchführung ist trotzdem unsicher

Doch nicht nur für die Arwo ist der Markt eine willkommene Abwechslung und ein wichtiger Absatzmarkt, sondern auch für die zahlreichen anderen Institutionen, die daran teilnehmen, sagt Arwo-Geschäftsführer Roland Meier. «Ich habe nach der letztjährigen Mitteilung viele Rückmeldungen erhalten. Die Enttäuschung wäre gross gewesen, wenn wir den Markt hätten beerdigen müssen.» Die jetzige Lösung mit dem Rotary Club sei sehr schön für alle Beteiligten, sagt er.

Ob der Adventsmarkt dieses Jahr am 5. Dezember aber wirklich durchgeführt werden kann, ist noch unklar. Er kann nur mit einem strengen Schutzkonzept stattfinden, und ob sich die Durchführung so trotzdem lohnt, dieser Entscheid wird im Laufe des Augusts gefällt. Das tangiert die Zusammenarbeit von Arwo und Rotary aber nicht, diese ist auf mehrere Jahre angelegt.

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