Fall Lucie
Lucie-Prozess kostete ein kleines Vermögen

Eine vorsichtige Schätzung zeigt: Der zweitägige Prozess gegen Daniel H. kostete mindestens 60 000 Franken. Wer am Ende dafür aufkommen muss, bleibt offen. Fest steht nur, dass der Verurteilte selber kaum dafür aufkommen wird.

Christoph Zehnder
Merken
Drucken
Teilen
So sah der Gerichtszeichner den Prozess.

So sah der Gerichtszeichner den Prozess.

Alfi Moor

Daniel H. wird neben der Genugtuung auch ein Teil der Gerichtskosten auferlegt. Wie hoch die realen Kosten für den zweitägigen Prozess gegen Daniel H. sind, lässt sich nur schwer schätzen.

Während zweier Prozesstage waren jeweils etwa 15 Polizeibeamte anwesend. Über das genaue Sicherheitsdispositiv und die Kosten dafür gibt die Kantonspolizei keine Auskunft. Bei einem angenommenen Stundensatz von 120 Franken pro Polizist macht das bei rund 20 Stunden Prozessdauer bereits 36 000 Franken.

Das Bezirksgericht selbst verfügte eine Gerichtsgebühr von 5000 Franken. Dieser eher symbolische Betrag spiegelt aber nicht den realen Aufwand für Richter und Gerichtspersonal wieder. Aus Platzgründen fand der Prozess im Gemeindesaal Untersiggenthal statt. Zu welchen Konditionen der Saal Justitia überlassen wurde, wollte die Gemeindekanzlei auf Anfrage nicht sagen.

Hohe Anwaltskosten

Vor Gericht wurde Daniel H. von einem Pflichtverteidiger vertreten. Gemäss Aargauer Anwaltstarif beträgt der Stundenansatz in schwierigen Fällen bis zu 250 Franken. Für die Prozesstage würde das weitere 5000 Franken bedeuten. Nimmt man denselben Stundensatz bei den drei Anwälten der Hinterbliebenen, kommen nochmals 15 000 Franken hinzu. Die monatelange Prozessvorbereitung ist dabei nicht berücksichtigt. Ebensowenig die Untersuchungskosten von 72 000 Franken.

Aus dieser vorsichtigen Schätzung ergeben sich für die zwei Prozesstage also Kosten von 61 000 Franken. Eine weitere Schuld, die Daniel H. wohl nie begleichen kann.