Mit ihren aussergewöhnlichen Objekten wollen die Künstler Claudio Cassano (Brugg), Sebastiano Bucca (Baden), Daniel Strom (Biel) und Matt Affolter-Fischer (Zürich) die «Stanzerei» vom 5. bis 7. Dezember 2014 in ein Mekka für Kunst verwandeln. Daniel Strom stammt aus einer Uhrmacherfamilie und wollte seine eigene Kollektion kreieren, die mehr darstellt als simple Zeitmesser. So schuf er «Mikroskulptuhren», die allesamt aufwändig geschaffene Aussengehäuse haben. Wer die mit zahlreichen reinsilbernen Mini-Totenköpfen bestückte «Memento Mori, Carpe Diem» (Bedenke dass du sterblich bist, geniesse den Tag) trägt, wird daran erinnert, wie das eigene Leben Sekunde für Sekunde abläuft. Ein kleiner Anstoss, jeden Augenblick der verbliebenen Zeit sinnvoll zu nutzen. So will es jedenfalls der Künstler. Prominente wie Thomas Gottschalk tragen Uhren aus Stroms Kollektion.

Auch die Modelle «Draco» und «Angelus» mit Drachen- und Engelsfiguren werden in der «Stanzerei» gezeigt und auf Grossleinwand projiziert, damit man die fein ausgearbeiteten Details ganz genau betrachten kann. Sebastiano Bucca, in Baden wohnender Grafiker und Programmierer, bespielt den Ausstellungsort in Baden mit seinen psychedelisch wirkenden Wandprojektionen. Dazu zeigt er seine eigenwillige Fotokunst.

«Ich fotografiere gerne Holz- oder Pflanzenstrukturen, die ich dann mit analogen oder digitalen Techniken verändere, damit sie eine neue Aussagekraft bekommen», erklärt er. So sieht ein Baumstamm plötzlich wie ein Kuhfell aus, und der Betrachter ist verblüfft. Matt Affolter-Fischer hat im eigenen Brennofen rund 140 Keramikfiguren «gebacken». Diese drapiert er in alte Behältnisse wie Holz-, Werkzeug- oder Bierkisten und lässt sie wie auf einer kleinen Theaterbühne zu Geschichten zusammenwachsen: so werden die «Gschichtli im Chischtli» geboren. Aus einer alten Baulaterne lugt ein kleiner König und streckt dem Betrachter die Zunge raus. Matt nennt in «Urban» wie einer der ehemaligen Päpste.

«Ich bin nervös», gesteht der gebürtige Ehrendinger, der sich mit seinen Tonobjekten in der «Stanzerei» von einer völlig neuen Seite präsentiert. Claudio Cassano aus Brugg zeitigt mit seinen Leuchtskulpturen schon viele Jahre Erfolge. Zwei Kuhhörner, Teile eines ausgedienten Balkenmähers mit einer alten Bürolampe hinterleuchtet und auf einen Eichensockel montiert, kombiniert er zu einem Licht-Objekt, das mystische Schatten wirft.

Aus Mineralien- und Stahlplatten sowie einem alten Ofendeckel mit filigranem Muster entsteht unter seinen Händen eine Leuchte, die scherenschnittartige Reflektionen erzeugt. Der gebürtige Italiener ist ein Tüftler. Schweisst, brennt, sägt, bohrt, lötet und giesst Bronze in seinem Brugger Atelier. «Ich bin immer offen für Experimente», sagt er. Und genau diese Experimentierfreudigkeit zeichnet alle vier Künstler aus, die sich vom 5. bis 7. Dezember 2014 in der Stanzerei Baden präsentieren.

Kunstanzerei: Vernissage am Freitag,

5. Dezember, ab 18 Uhr.

Weitere Öffnungszeiten:

6. Dezember, ab 11 Uhr; um 20 Uhr Konzert mit Julian Layn, Piano;

7. Dezember, 11 bis 18 Uhr.