Baden
Luzi Stamm: «Die Polizei setzt falsche Prioritäten»

SVP-Nationalrat und Anwalt Luzi Stamm fordert Massnahmen gegen die vielen Einbrüche: wirksamere Polizeiarbeit, Schnellgerichte, Landesverweis. Er wurde in der Silvesternacht selbst Opfer von Einbrechern.

Matthias Steimer
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Luzi Stamm guckt durch das zerstörte Fensterchen seiner Haupteingangstür Hier drangen die Täter ein (Bilder: Silvan Hartmann)
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Luzi Stamm vor seinem Haus: Über diesen Rasen sind die Täter geflüchtet, das zeigen Spuren im Gras
Luzi Stamm an Silvester von Dieben ausgeraubt

Luzi Stamm guckt durch das zerstörte Fensterchen seiner Haupteingangstür Hier drangen die Täter ein (Bilder: Silvan Hartmann)

Herr Stamm, können Sie und Ihre Familie wieder ruhig schlafen?

Luzi Stamm: Ja, unterdessen haben sich meine Frau und Töchter vom Schrecken erholt. Ich selbst rege mich einfach politisch auf. Der Zustand ist unhaltbar. In den Gesprächen mit anderen Betroffenen, Nachbarn und Bekannten wurde mir erst deutlich, wie häufig tatsächlich eingebrochen wird. Der Unmut steigt, viele Leute haben Angst. Die Politiker müssen endlich reagieren.

Wo orten Sie das Problem der vielen Einbrüche politisch?

Unsere Landesgrenzen sind offene Scheunentore, wir müssen sie wieder kontrollieren und Schengen kündigen. Nebst dem Kriminaltourismus haben wir aber auch riesige Probleme mit straffälligen Asylbewerbern und Sans-Papiers. Mir ist es schleierhaft, wie der Einbruch in mein Haus durch Leute erfolgen konnte, die seelenruhig nahe Aarau wohnten statt im Asylheim, obwohl sie schon polizeilich kontrolliert worden waren.

Die Polizei ist schuld an Ihrem Einbruch?

Die Polizisten an der Front sind nicht Schuld. Aber die politische Führung der Polizei, also der Regierungsrat, der zuständig ist für das Asylwesen und die Polizeieinsätze, setzt falsche Prioritäten. Die politische Führung hindert die Polizisten am harten Vorgehen; Personenkontrollen und Fahndungen sind ineffizient. Stattdessen werden die Polizisten zu oft in den Strassenverkehr geschickt, um Bussen zu verteilen.

Wie wollen Sie die Situation verbessern?

Die Polizei muss andere Prioritäten setzen. Dann braucht es erstens Schnellgerichte statt lange Verfahren. Zweitens müssen kurze Freiheitsstrafen und der Landesverweis durch Strafrichter wieder eingeführt werden. Drittens fordere ich schon lange, dass Verurteilte in Gefängnisse in ihrem Herkunftsland abgeschoben werden sollten.

Haben Sie an Ihrem Haus schon Massnahmen zur Einbruchprävention getroffen?

Noch nicht, aber ich werde wohl eine Alarmanlage einbauen lassen müssen. Nach dem Einbruch flatterten mir viele Prospekte von Sicherheitsfirmen ins Haus. (lacht)