Wohlenschwil
Machtwort im Knatsch nach dem Grossbrand in Autoverwertungsbetrieb

Der Autoverwertungsbetrieb «FAB Auto» darf wohl doch seine Hallen wiederaufbauen. Das hat der Regierungsrat entschieden und ein Machtwort im Beschwerdeverfahren nach dem Grossbrand gesprochen.

Maja Sommerhalder
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Im März dieses Jahres brannte eine Halle des Autoverwertungsbetriebes «FAB Auto» nieder – gegen den Wiederaufbau wurde Beschwerde eingereicht. AZ-archiv/Alex Spichale Im März dieses Jahres brannten eine Halle des Autoverwertungsbetriebes «FAB Auto» nieder – Gegen den Wiederaufbau wurde Beschwerde eingereicht. AZ-archiv/Alex Spichale

Im März dieses Jahres brannte eine Halle des Autoverwertungsbetriebes «FAB Auto» nieder – gegen den Wiederaufbau wurde Beschwerde eingereicht. AZ-archiv/Alex Spichale Im März dieses Jahres brannten eine Halle des Autoverwertungsbetriebes «FAB Auto» nieder – Gegen den Wiederaufbau wurde Beschwerde eingereicht. AZ-archiv/Alex Spichale

Rückblick: Im letzten März brannte es auf dem Industriegelände am Dorfrand lichterloh. Eine Abbruchhalle der «FAB Auto» wurde dabei zerstört. Der Besitzer des Autoverwertungsbetriebes, Bernhard Bärtschi, will diese jetzt wieder aufbauen. Es soll aber nicht wie bisher eine, sondern zwei neue Hallen geben. Die eine soll als Werkstatt, die andere als Lagerhalle benutzt werden. Der Gemeinderat bewilligte das Bauprojekt im letzten Juli.

Kritik am Wiederaufbau

Der Wohlenschwiler Altgemeindeammann Albert Ducret ist allerdings überhaupt nicht damit einverstanden und reichte im August letzten Jahres Beschwerde beim Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt ein. Er behauptet, dass die «FAB Auto» um bis zu 40 Prozent erweitert werde und damit zu einem modernen Recyclingcenter ausgebaut werden solle.

Viel zu gross, kritisierte Ducret in der az Aargauer Zeitung vom 15. Oktober: «Dafür ist am Waldrand kein Platz. Die ‹FAB Auto› wäre in einem bestehenden Industriequartier besser aufgehoben.» Weiter befürchtet er, dass der Ausbau mehr Verkehr fürs Dorf bedeutet und die Zufahrtsstrasse zur «FAB Auto» und die Kanalisation auf Kosten der Steuerzahler ausgebaut werden müsste.

Beschwerde abgewiesen

Beim Regierungsrat fanden diese Argumente jedoch kein Gehör. Er tritt nicht auf die Beschwerde ein – die Verfahrenskosten von 1822 Franken sowie die gegnerischen Anwaltskosten von 9698 muss Ducret übernehmen. Der Regierungsrat begründet seinen Entscheid damit, dass Ducret nicht mehr als andere Dorfbewohner vom Wiederaufbau betroffen ist. Er wohnt nicht nahe genug bei der neuen Autoabbruchhalle und sieht sie von seinem Wohnort aus auch nicht.

«Die Behauptung alleine, jemand sei von den Folgen einer Baubewilligung betroffen, genügt nicht, um die Beschwerdebefugnis zu begründen», so der Regierungsrat. Weiter muss Ducret laut Regierungsrat nicht mit mehr Verkehr rechnen.

Ducret ist alles anderes als glücklich ab diesem Entscheid: «In der Schweiz ist es schwierig, vernünftige Lösungen durchzusetzen.» Nächste Woche will er sich überlegen, ob er beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen das Urteil einreicht: «Wenn es eine Chance gibt, werde ich weitermachen.»

Auch bei seinem Kontrahenten von der «FAB Auto» kommt trotz positivem Entscheid keine Freude auf, wie Ulrich Siegrist, Anwalt des Bauherrn Bernhard Bärtschi, sagt: «Wegen der Einsprache sind wir sechs Monate im Verzug mit dem Wiederaufbau.» Momentan läuft der Betrieb kaum. Siegrist betont, dass die Besitzer der «FAB Auto» die Produktion weder vergrössern noch zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen. «Es sollen aus Sicherheitsgründen zwei Hallen entstehen. Von einem Recyclingcenter kann keine Rede sein.»

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