Mägenwil
Anonymer Wahlflyer sorgt für Empörung und Irritation – alle Kandidierenden distanzieren sich

Kandidierende und Parteien verurteilen ein anonymes Flugblatt, das in die Briefkästen im Dorf verteilt worden ist.

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Das Gemeindehaus von Mägenwil (20. April 2020).

Das Gemeindehaus von Mägenwil (20. April 2020).

Chris Iseli

Anonyme Flugblätter sorgen vor Wahlen immer wieder für Ärger und Empörung. Das ist nun auch in Mägenwil passiert. Unter dem Titel «Wahltag ist Zahltag» ist kürzlich ein Flyer in die Haushalte verteilt worden, wie die Lokalzeitung «Reussbote» berichtet.

Der oder die Verfasser ziehen über die vier Mitglieder des Gemeinderats her, die wieder zur Wahl vom 26. September antreten. Es ist die Rede von «eklatanter Führungsschwäche» und «intrigantem Mobbing gegenüber verdienten Gemeindemitarbeitern», «enttäuschten Einwohnern, unzufriedenen Mitarbeitenden, exorbitanten Zusatzkosten» sowie einem «miserablen Ruf Mägenwils» im ganzen Kanton.

Der Wahlflyer.

Der Wahlflyer.

az

Das Flugblatt führt fünf Personen auf, welche die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Gemeinderat wählen sollen. Zu ihnen gehören Peter Wiederkehr (Die Mitte) und Gemeinderätin Tülin Hamurtekin (parteilos) sowie Vincenza Habersaat, Nicole Horlacher und Roland Pfister, wobei die letzten drei gar nicht kandidieren, sich also auch nicht offiziell bei der Gemeinde als Kandidierende haben registrieren lassen. Alle fünf sagen gegenüber der Lokalzeitung, dass ihre Namen ohne ihr Wissen auf dem Flugblatt gelandet sind.

Vorgeschlagener Gemeindeammann distanziert sich

Peter Wiederkehr wird sogar als Gemeindeammann vorgeschlagen, Tülin Hamurtekin als Frau Vizeammann. Beide kandidieren zwar für den Gemeinderat, Wiederkehr auch als Gemeindeammann. Doch er distanziert sich deutlich vom anonymen Schreiben. Und Tülin Hamurtekin zeigt sich empört. Als Vizeammann kandidiert einzig Gemeinderat Johannes Roos (Die Mitte).

Der aktuelle Gemeindeammann Marin Leuthard tritt nicht wieder zur Wahl an. Dagegen stellt sich Gemeinderätin Marlène Fehlmann (SVP) für das Amt des Ammanns zur Wahl. Gegenüber dem Reussboten sagt sie: «Darauf reagiere ich nicht.» Sie könne sich auch nicht vorstellen, wer hinter den Machenschaften stecke. So klingt es auch bei anderen Kandidierenden.

Reagiert hat bereits die Ortspartei Die Mitte. Sie hat letzte Woche ihre Generalversammlung abgehalten. Sie hält in einer Mitteilung fest: «Die Versammlung war einhellig der Meinung, dass das Geschreibsel von Personen, welche nicht mit dem Namen dazu stehen können, keiner grösseren Diskussion würdig sei.» Sie bezeichnet die Äusserungen im Flugblatt als unfundierte Verunglimpfungen und absurde Behauptungen. Auch FDP-Präsident Michael Umbricht distanziert sich deutlich vom Flugblatt. (az)

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