Wettingen

Mäh mir bitte den Rasen – und ich gehe für dich einkaufen

Senioren sollen einander vermehrt helfen und so Kontakte pflegen.

Senioren sollen einander vermehrt helfen und so Kontakte pflegen.

Altersleitbild: Der erste Zwischenbericht zeigt Chancen der Nachbarschaftshilfe und einige Baustellen

Seit 2008 betreibt die Gemeinde eine Fachstelle für Altersfragen und Freiwilligenarbeit, seit 2013 existiert ein Altersleitbild. Nun hat die zuständige Gemeinderätin Yvonne Feri einen Zwischenbericht vorgelegt. Von den sechs Handlungsfeldern sieht der Kanton Aargau bei «Wohnen und Lebensführung» und «Freiwilligenarbeit und Partizipation» das grösste Bedürfnis nach Verbesserung. Darauf möchte sich Feri nun konzentrieren. Zusammen mit der Fachstellenleiterin Lilo Jud und dem Wettinger Seniorenforum – die elfköpfige Kommission wurde 2013 vom Gemeinderat gewählt – sind verschiedene Projekte ins Rollen gebracht worden. Konkret spannt die Gemeinde mit zwei Partnern für den Bau von Alterswohnungen zusammen: «Das Alterszentrum St. Bernhard realisiert einen Neubau des Pflegeheims mit betreuten Wohnungen», sagte Feri. Weiter plane eine Investorengruppe Wohnungen für Betagte im Winkelried-Quartier. Yvonne Feri hielt aber fest: «Wir beraten die Interessenten und haben keine eigenen Baupläne.»

Zeit mit Nachbarn austauschen

Mit dem Engagement bei der Altersarbeit will Wettingen einen Mehrwert zu den bestehenden Angeboten schaffen. «Die Kirchen sind schon sehr etabliert, wir möchten aber auch Menschen ohne Bezug zu den Pfarreien einbeziehen», erklärte Feri. Die Idee der Nachbarschaftshilfe sei mitunter ein Zeitaustausch im Quartier: «Jemand geht zum Beispiel für seinen Nachbarn einkaufen, dafür mäht ihm dieser den Rasen», zeigte die Gemeinderätin auf. Die Nachbarschaftshilfe sei eigentlich keine Hauptaufgabe im Altersleitbild. Doch soziale Kontakte seien im fortgeschrittenen Alter sehr wichtig, besonders bei alleinstehenden Leuten, betonte sie. Bisher hätten die Quartiervereine diese Aufgabe selber koordiniert. «Sie konnten sie aus Kapazitätsgründen nicht weiter ausbauen», erklärte Feri. Erst kürzlich habe das Seniorenforum gemeinsam mit der Fachstelle und der IT-Abteilung der Gemeinde eine geeignete Software evaluiert: «Mit ihr wollen wir die Nachfrage und das Angebot besser zusammenführen und die Nachbarschaftshilfe für Wettingen zentral organisieren.»

Über die sechs Handlungsfelder hinaus sieht das Altersleitbild eine verstärkte Begegnung der Generationen vor. Passend zu den neuen Leitzielen, die sich die Gemeinde kürzlich für die nächsten 15 Jahre gesteckt hat, sollen alle Altersgruppen von den Kindern bis zu den Leuten im hohen Pensionsalter zusammengebracht werden. «Das ist eine grosse Herausforderung, da die Bedürfnisse der einzelnen Generationen sehr breit verteilt sind.» Aber: Das Projekt werde in nächster Zeit vom zuständigen Ressort innerhalb der Gemeinde angegangen.

Der Kanton Aargau bestätigte erst diesen Frühling, dass sich Wettingen in Altersfragen auf einem guten Weg befindet. «Die Aktivitäten sind gut aufgegleist und die Akteure vorbildlich vernetzt», hiess es. Doch bis alle Bedürfnisse der aktuell 4020 Menschen älter als 65 Jahre berücksichtigt sind, werden vermutlich noch mehrere solche Zwischenberichte folgen.

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