Ende September hat sich der Männerchor Frohsinn aufgelöst. «Unser Kassier hat über mehrere Jahre hinweg die Buchhaltung gefälscht, die Revisoren hintergangen und Vereinsgeld entwendet», erklärt Präsident Urs Fischer gegenüber der az und bestätigte damit einen Bericht der Lokalzeitung «Reussbote». 

Der Schock ist gross. Beinahe 100'000 Franken sollen auf dem Konto des mittlerweilen aufgelösten Vereins fehlen.

Paul Keusch, ein Mitglied des mittlerweile ehemaligen Männerchors, denkt, dass der Kassier vermutlich finanzielle Probleme hatte: «Er war ganz ein flotter Kerl gegenüber uns, die immer im Dorf waren. Ich habe ihn sehr gut gekannt, er war ein aufrichtiger Mann. Aber man weiss ja nicht, was in einem Menschen vorgeht.»

In Stetten schlagen der Tod des Kassies und die Auflösung des Männerchors hohe Wellen: «Man hat gehört, dass der Verein kein Geld mehr hatte, das hat einem ja schon leid getan. Und wenn man hört, was die Hintergründe waren, ist das unvorstellbar», sagt eine Passantin gegenüber Tele M1. Ein weiterer Dorfbewohner hofft, dass man den Männerchor Frohsinn doch noch retten kann.

«Unfassbar schwierig»

Der ehemalige Präsident ist nach der Auflösung sichtlich niedergeschlagen: «Ich wünsche niemandem, dass er so etwas erlebt, denn das ist unfassbar schwierig», so Urs Fischer. Es sei traurig, aber er musste auch feststellen, dass alle Kassen, beispielsweise auch jene von der Theatergruppe leer sind.

Obwohl der Kassier als mutmasslicher Täter freiwillig aus dem Leben geschieden ist, hat sich die Staatsanwaltschaft dem Fall angenommen. Mediensprecherin Fiona Strebel erklärt: «Wir klären die Umstände ab, wie das Geld weggekommen ist. Das machen wir auch im Interesse der Geschädigten. Der Männerchor hat auch ein Anrecht darauf, zu erfahren, was genau passiert ist.»

Die ehemaligen Frohsinn-Mitglieder wollen das Singen offenbar nicht sein lassen. Sie suchen mittlerweile nach Spenden, damit sie evenutell einen neuen Verein gründen und weiter singen können.