Immer am ersten Mittwoch im Monat können Kinder im Kindermuseum Baden Märchen lauschen. Diese Woche wird für noch mehr Unterhaltung bei den Kindern gesorgt: Irene Briner, Sylvia Spiess und Regula Waldispühl erzählen Märchen und beziehen dabei das erste Mal Ausstellungsstücke aus dem Museum mit ein.

«Ganz schön verspielt – Geschichten von Spielsachen und Spielen» heisst das Motto des Nachmittags. Das Trio kann aus dem Vollen schöpfen, kein Wunder bei dem, was im Kindermuseum alles aus Platzgründen gar nicht gezeigt werden kann, sondern im Depot lagert. «Wir haben dort 1500 Schachteln liegen und zu jeder gibt es eine Geschichte», sagt Museumsleiter Daniel Kaysel, als er am Mittwoch rund 50 Kinder und Erwachsene im Kindermuseum begrüsst.

Sylvia Spiess, die als erste vorträgt, hat sich für den Klassiker «Froschkönig» entschieden. Das Lieblingsspielzeug der Prinzessin ist die goldene Kugel, die in den Brunnen fällt und vom Frosch heraufgeholt wird. Kaum hat Spiess angefangen, können die Kinder ihren Blick nicht mehr von ihr abwenden: Offene Münder und grosse Augen bis zum obligaten Schlusssatz: «Und wenn sie nicht gestorben sind ...»

Exponate stehen im Hintergrund

Alle drei lesen nicht aus einem Buch vor, sondern erzählen frei, ganz in der Tradition der ja eigentlich nur mündlich überlieferten Märchen. Aber dieses Mal sind sie nicht ganz frei, dieses Mal beziehen sie Gegenstände in ihren Auftritt mit ein. Doch die Exponate sollen nicht im Vordergrund stehen.

Zu den Puppen, die Regula Waldispühl ausgesucht hat, sagt sie nichts. Nicht, woher sie stammen, nicht, wie alt sie sind. «Der Bezug zum Objekt ergibt sich automatisch», meint die Märchenerzählerin. Vielleicht sind sie für die einen Kinder die visuelle Bereicherung der Geschichte. Vielleicht machen sie bei anderen Lust, sich einmal die Ausstellungen des Museums anzusehen.

Aller guten Dinge sind drei

Nach 45 Minuten und, ganz dem Zahlensymbolismus des Märchens entsprechend, drei gehörten Geschichten, sind die Reaktionen positiv. Hannah (6) aus Bad Säckingen: «Mir hat Froschkönig am besten gefallen, obwohl ich das mit den Puppen im zweiten Märchen auch toll fand.»

Berit Cosandey aus Baden, die mit ihren Söhnen gekommen ist, sagt: «Froschkönig fand ich am besten, was aber auch am Stil der Erzählerin lag.» Doch der eigene Nachwuchs favorisiert Geschichte Nummer zwei. Auch beim Erzähl-Trio vom Aargauer Märchenkreis ist das Fazit positiv. Irene Briner: «So konzentriert, ruhig und gebannt wie die Kinder heute waren, sind sie bei weitem nicht immer.»