Nussbaumen

Mättelisteg statt Martinsbergtunnel - Grüne besetzen Markthof-Kreisel

Grüne besetzen Markthof-Kreisel und demonstrieren gegen Ostaargauer Strassenentwicklung und für den Mättelisteg anstelle des Martinsbergtunnels

Verkehrsaktion

Grüne besetzen Markthof-Kreisel und demonstrieren gegen Ostaargauer Strassenentwicklung und für den Mättelisteg anstelle des Martinsbergtunnels

Unter dem Titel «Lebensraum statt Lärmalptraum» haben die Grünen Obersiggenthal auf dem Markthof-Kreisel mit einer provokativen Aktion ihren Missmut gegen die Verkehrspolitik ausgedrückt.

Eine ungewohnte Szenerie bot sich den Autofahrern, die am späten Samstagnachmittag durch Nussbaumen fuhren: Im Kreisel beim Markthof befand sich ein halbes Dutzend Aktivisten: ein Grosi, das gebeugt am Stock geht, ein Vater, der seinen Kinderwagen vor sich herschiebt, zwei Junge, die Federball spielen, und alle ausgerüstet mit Warnwesten, Atemmasken und Gehörschutz. Ein grosses Transparent erklärte, worum es geht: «Unsere OASE ist grün».

Mit ihrer Aktion spielten die Grünen Obersiggenthal auf die Ostaargauer Strassenentwicklung an, die insbesondere im Siggenthal umstritten ist. «Obersiggenthal gehört zu den am stärksten vom Verkehr belasteten Gemeinden des Kantons. Rund 23'000 Fahrzeuge fahren Tag für Tag durch Nussbaumen», sagt Christian Keller, Partei-Präsident, der die Aktion organisiert hat. Seit der Eröffnung der Siggenthalerbrücke vor 15 Jahren habe sich der Verkehr verdoppelt. «Würde der Martinsbergtunnel, der in der Ostaargauer Strassenentwicklung OASE das Herzstück für die Region Baden bildet, realisiert, entstünde ein Autobahnzubringer mitten durch das Siedlungsgebiet mit über 30 000 Fahrten pro Tag. Das ist jenseits von Gut und Böse, dagegen kämpfen wir mit allen Mitteln», begründet Keller die Aktion.

«Uns stinkt’s»

Der öffentliche Raum im Siggenthal sei vom Durchgangsverkehr dominiert, der Aufenthalt im Freien wegen des Lärms und der Schadstoffimmissionen vielerorts unzumutbar. «Der öffentliche Raum gehört aber uns allen», sagt Keller. «Dass uns der Kanton solche Zustände zumutet, ist inakzeptabel. Wir leben hier. Uns stinkt’s.» Obwohl seit langem klar sei, dass mit dem weiteren Ausbau des Strassennetzes die Probleme nicht kleiner, sondern grösser würden, weigere sich der Kanton, einen Strategiewechsel in die Wege zu leiten. Der Aargau müsse wissen, dass die Menschen im Siggenthal das nicht akzeptieren, so Keller zur Aktion. Gemeinsam mit anderen betroffenen Gemeinden hat Obersiggenthal dem Kanton  signalisiert, dass sie diese Entwicklung ablehnen. «Es macht aber nicht den Anschein, dass dies im Departement von Regierungsrat Stephan Attiger gehört wurde.»

Mättelisteg statt Martinsbergtunnel

Ein weiteres Transparent trug die Botschaft «Fussgängerbrücken statt Autotunnel». Damit spielen die Grünen auf ein gemeinsames Projekt für Fussgänger und Velofahrende, den Obersiggenthal, Baden und Ennetbaden gemeinsam planen und über dessen Schicksal der Obersiggenthaler Einwohnerrat am kommenden Donnerstag befinden wird (die AZ berichtete). «Der Mättelisteg ist ein wichtiges Element im regionalen Fuss- und Veloverkehrsnetz, aber auch für die Entwicklung des Oederlin-Areals, das für Obersiggenthal von grosser Bedeutung ist. Weil unsere Gemeinde gerade mit einem finanziellen Engpass kämpft, droht das Projekt zu scheitern», sagt Keller, der selbst im Einwohnerrat sitzt. Der Mättelisteg sei ein Zukunftsprojekt für Obersiggenthal. Werde er nicht gebaut, bleibe das Oederlin vom Bäderquartier und seiner Entwicklung abgeschnitten. Eine zukunftsgerichtete, urbane Entwicklung würde verunmöglicht. 

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