Baden
Magisches Lichtermeer: 1500 Kerzen erhellen die Ruine Stein

Viel Romantik verbreiteten die unzähligen Kerzen, die das ganze Areal um die Ruine Stein schmückten und im Dunkeln unter ihren windschützenden Bechern flackerten.

Ursula Burgherr
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Gemeinsames Cherzli-Anzünden auf der Ruine Stein

Aargauer Zeitung

Es brauchte Stunden bis Cornelia Bürgler, Gerda Stadler und ihr Team vom «Freundeskreis der besinnlichen Lichter» die geschätzten 1500 Kerzen auf Treppen, Turm und Vorplatz der Ruine Stein verteilt hatten. Seit 12 Jahren initiieren sie privat das «Gemeinsame Cherzli anzünden» am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Damit bieten sie nicht nur eine Alternative zum Kommerzrummel, sondern auch einen willkommenen Anlass, um nach üppigen Festtagsschlemmereien an der frischen Luft die eigene Fitness zu testen. Und es war ein gutes Gefühl, wenn man die ca. 300 Stufen von der Altstadt zum Festungshof erklommen hatte. Im Halbdunkeln versammelten sich einige Hundert Leute bei der Ruine und warteten auf das traditionelle «Friedenslicht». Dieses wurde von Cornelia Bürgler in einer Laterne feierlich auf den Platz getragen, um damit das erste Flämmchen zu entfachen.

Sammeln für den Frauentreff Baden

Dann machte sich das Publikum daran, ein Licht nach dem anderen anzuzünden. Die Erwachsenen halfen ihrem Nachwuchs, wenn der Docht nicht sofort brennen wollte, es herrschte eine andächtige und doch heitere Stimmung. Bald erstrahlte alles im Lichtermeer. Bäume und Turmsilhouette wirkten geradezu märchenhaft im Kerzenschein. Wer die magische Welt nicht sofort verlassen und wieder in den Alltag hinuntersteigen wollte, verkostete einen Teller warme Suppe; oder hörte sich im Pulverkeller Geschichten für Erwachsene und Kinder zur Musik von Red Shamrock an, die mit Percussions-Instrumenten wie Udu (indischer Tonkrug), Bodhràn (irische Trommel) und Oberton-Gesängen für eine eigenwillige Klangkulisse sorgten.

Der Erlös aus der Kollekte des gemeinsamen Cherzli-Anzündens geht dieses Jahr an den interkulturellen Frauentreff Baden. Und das Organisationsteam möchte unbedingt betont haben: «Dass wir unser Lichterfest jedes Jahr durchführen können, verdanken wir viel Freiwilligenarbeit und der Unterstützung der Stadt Baden.»

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