Insgesamt 432 Personen – davon 294 Frauen – nahmen die Dienstleistungen des Vereins Spitex Wettingen in Anspruch.

Dies sind gleich viele Klientinnen und Klienten wie im Vorjahr, ist im Tätigkeitsbericht zu lesen.

Die unveränderte Anzahl der Klienten erachtet Spitex-Präsidentin Doris Stump zwar als ungewöhnlich, aber als einen Zufall.

«Es ist schwierig, die Nachfrage vorauszusagen», sagt Stump.

Der hohe Frauenanteil liege darin begründet, dass die ältere Bevölkerung von Frauen dominiert sei.

Und: «Oftmals pflegen Frauen ihre Männer und benötigen für sich selber dann die Spitex. Nicht selten übernehmen aber auch Männer pflegerische und hauswirtschaftliche Arbeiten.»

Knapp 12 600 Menüs geliefert

Beliebt ist der Mahlzeiten-Lieferdienst. 12 598 Menüs wurden den Seniorinnen und Senioren 2012 nach Hause geliefert.

Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zunahme sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Mahlzeiten auch am Wochenende und an den Feiertagen bezogen werden können, ist im Tätigkeitsbericht zu lesen.

Stump ergänzt: «Das Essen ist sehr gut . Gekocht wird es im Pflegeheim St. Bernhard.» Seit dem 1. Juni liefert die Spitex Wettingen auch Mahlzeiten nach Neuenhof.

2012 haben die Mitglieder der Spitex Wettingen bei 376 Personen 17 200 Stunden Pflege geleistet. Gemäss Tätigkeitsbericht sind dies 13,3 Prozent mehr Stunden als 2011. Um 4,5 Prozent zugenommen haben die hauswirtschaftlichen Leistungen.

Diese wurden mit 2 860 Stunden bei 127 Klienten erbracht. Auch der Bedarf von Psychiatriepflege nimmt stetig zu.

Während einer 12-monatigen Pilotphase Ende November 2012 hat die Spitex Wettingen gemeinsam mit dem Spitex-Verein Baden/Ennetbaden zehn Personen mit psychiatrischen Diagnosen gepflegt.

Da die Evaluation des Projekts zeigte, dass die Zusammenarbeit von zwei Spitex-Organisationen zeitaufwendig und störungsanfällig ist, hat die Spitex Wettingen seit dem 1. Dezember 2012 ein eigenes Psychiatrie-Team.

Budget: 185 099 Franken Verlust

Die Übernahme der Spitex-Leistungen in Neuenhof per 1. Januar 2013 (az berichtete) ist gemäss Stump «relativ reibungslos» angelaufen. Konkret: «Die knapp 100 Neuenhofer Klientinnen und Klienten mussten sich an uns gewöhnen», erklärt Stump.

Die Übernahme von Neuenhof sowie das Projekt Psychiatrie mit der Spitex Baden/Ennetbaden waren nicht budgetiert, was sich negativ auf die Erfolgsrechnung ausgewirkt hat. Diese schliesst gegenüber dem Budget 2012 mit einem Verlust von 185 099 Franken ab.

«Der Verlust war absehbar», steht im Tätigkeitsbericht. Die Zunahme der pflegerischen Leistungen (13,3%) habe man ohne zusätzliche Stelle in der Führung, Pflege und Administration nicht mehr bewältigen können.

Der Mahlzeitendienst sei aufgrund der Verteilung auch am Wochenende nicht mehr kostendeckend, sondern mit rund 10 600 Franken defizitär.

Weiter habe der Vorstand der Spitex Wettingen bereits im Frühjahr beschlossen, den Gewinn des Vorjahres von 77 007 Franken im Geschäftsjahr 2012 dem Beitrag der Gemeinde anzurechnen.