«Ich nähe Säckli und den Brotsammler verziere ich mit einem Stickmuster», sagt Jasmine Schweri (33), die seit ihrem 19. Lebensjahr im AWZ Arbeits- und Wohnzentrum Kleindöttingen lebt und arbeitet. Die Säckli aus Recyclingpapier werden erst gefaltet, sodass sie Jasmine anschliessend mit der Nähmaschine abnähen kann. Gefüllt werden sie mit Holzstäbchen und Kerzenwachsgranulat und dienen als Anfeuerhilfe zum Entfachen von Feuer im Cheminée, Holzofen oder am Lagerfeuer.

Je zehn solcher Säckli kommen in die Geschenkpackung Zundertüte, die am Adventsmarkt in Baden gekauft werden kann. Der Brotsammler besteht aus einer Aussenhülle, die von Jasmine bestickt wird, und aus einem Leinensack, in den das Brot verstaut wird. Zudem kreiert sie am Webstuhl Küchentücher. «Ich arbeite gerne, mir macht es Freude», betont sie übers ganze Gesicht strahlend.

Jeweils am Morgen ist Jasmine am Arbeiten, am Nachmittag steht Bewegung auf dem Programm. «Am Morgen wechsle ich immer ab, mal nähe ich, mal webe ich», sagt sie und kann sich ein Gähnen nicht verkneifen. Kein Wunder. Mit den Produkten, die am Adventsmarkt präsentiert werden sollen, sind die 19 Klienten im Endspurt. Jasmine wird am Samstag nicht am Stand des AWZ arbeiten, das wäre zu anstrengend. Sie wird jedoch zusammen mit ihrer Mutter durch den Markt flanieren. «Unseren Stand besuchen wir auf jeden Fall», betont Jasmine.

Ziel sei, die Eigenprodukte, die zu 70 Prozent von den Klienten selber gefertigt werden, an internen und externen Märkten sowie die Karten aus der Kartonage über den Webshop zu verkaufen, sagt Karin Eigenheer, Abteilungsleiterin und Sozialpädagogin beim AWZ. Eine Wertschätzung, die den Klienten für die geleistete, sinnvolle Arbeit auch gebühre. «Jeweils Anfang Jahr legen wir fest, welche Produkte gefertigt werden sollen. Je nach Fähigkeiten und Interesse werden die Arbeiten auf die Klienten verteilt.» Egal ob schneiden, stanzen, einpacken – für alle ist etwas dabei. In diesem Teamwork entstehen dann die Artikel, die unter anderem am Adventsmarkt in Baden erstanden werden können. Etwa das Paket «30 Minuten Weihnachten» – mit einer Anleitung für ein gelungenes Fest. Oder aber Adventslichter, Lichtgirlanden, Geschenkanhänger, Kinderkleider, Beziehungskisten mit lustigen «Rettungsankern», Tischbomben und anderes mehr. Der Verkaufserlös wird weitestgehend für die Beschaffung von neuem Arbeitsmaterial verwendet.

Auch Haus Morgenstern ist dabei

Ebenfalls mit einem Stand am Adventsmarkt vertreten ist die Stiftung Haus Morgenstern aus Widen. «Unsere Sachen verkaufen sich gut, die Preise sind gut», sagt Klientin Sabine Schmucki (47). Sie selber ist fürs Etikettieren der Konfigläser und fürs Eintüten der Karten in Kunststofffolie verantwortlich. Auch beim Kreieren des Kräutersalzes oder des Blütenzuckers ist sie mit von der Partie. «Am Stand in Baden werden wir mit einem Sortiment aus allen unseren zehn Beschäftigungen vertreten sein. Unsere Spezialität sind die aus unterschiedlichsten Materialien in Handarbeit hergestellten Unikate. Wir freuen uns auf die Teilnahme an diesem wunderschönen Markt», sagt Erika Seiler, Beschäftigungsleiterin in der Papeterie.

Badener Adventsmarkt Kirchplatz, Samstag, 8. Dezember, 9 bis 17 Uhr.