Gestern hat das Organisationskomitee vom Mammutchristbaum die Resultate des letzten Gutachtens veröffentlicht. Fazit: Der Baum ist nicht zu retten. Es ist bereits das dritte Gutachten, dieses Mal von der Tilia Baumpflege AG erstellt.

Es zeigt sich, dass der Baum in der Vergangenheit arg gebeutelt wurde. Bei der Untersuchung haben die Experten festgestellt, dass die Wachstumszone des Baumes weitgehend abgestorben ist.

Die Ursache ist ein Befall durch den Hallimaschpilz. «Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Pilz die Wachstumszone abgetötet hat», heisst es im Gutachten. Der Pilz ist über die Wurzeln ins Bauminnere gedrungen.

Als wahrscheinlichste Ursache für das Absterben des Baumes gelten Wurzelprobleme sowie Wasser- und Platzmangel. Bei der Verbreiterung der Ringstrasse in den 80er Jahren musste dem Baum ein Teil seines Wurzelraums genommen werden.

Die Strasse rückte rund drei Meter näher. Betonflächen, Pflasterbeläge und die Kanalisation beeinträchtigen die notwendige Wurzelausbreitung und somit die Wasseraufnahme. Extrem trockene Perioden wie der Sommer 2003 schwächten den 137-jährigen Baum zusätzlich. Ausserdem weist er Spuren eines Blitzeinschlags auf.

Beleuchtung war unerheblich

Nebst unzähligen Krankheitstheorien hielt sich in der Oberrohrdorfer Bevölkerung auch hartnäckig das Gerücht, die Weihnachtsbeleuchtung sei Schuld am Sterben des Baumes.

Doch nachdem bereits die ersten zwei Gutachten die Beleuchtung ausgeschlossen hatten, heisst es auch im dritten Gutachten: «Die Weihnachtsbeleuchtung am Mammutbaum kann nicht mit dem Pilzbefall oder dem jetzigen Absterben des Baumens in Verbindung gebracht werden.»

Es seien keine Anzeichen auf eine Beschädigung des Baumes durch die Beleuchtung erkennbar. Claus Bornholt, Medienverantwortlicher des Mammutchristbaum-OKs, sagt, man bedaure zwar das Absterben des Baumes, sei aber erleichtert, dass nicht die Weihnachtsbeleuchtung daran Schuld sei.

Dieses Jahr wäre der Mammutchristbaum zum elften Mal erstrahlt. In dieser Zeit hat das Organisationskomitee 30 000 Franken an Spendengelder gesammelt, die an gemeinnützige Organisationen weitergereicht wurden. «Das OK wird dieses Jahr keine Weihnachtsbeleuchtung mehr durchführen», sagt Bornholt.

Eine akute Umsturzgefahr des rund 40 Meter grossen Baumes besteht laut Gutachten nicht, trotzdem empfehlen die Experten, ihn im kommenden Winter zu fällen. «Diesbezüglich wird dessen Besitzer Felix Näf, entscheiden, wie es weiter geht», sagt Bornholt.