Baden
Mängel im Kurtheater müssen für 900000 Franken geflickt werden

Um den Betrieb des Kurtheaters bis zum Umbau zu gewährleisten, müssen Sofortmassnahmen ergriffen werden. Kostenpunkt: rund 900 000 Franken. Die Verantwortlichen hoffen nun auf den Kanton. Er soll für die Hälfte des Betrags aufkommen.

Martin Rupf
Drucken
Teilen
Grosse Mängel im Kurtheater

Grosse Mängel im Kurtheater

Zum Glück hätten die Gäste nicht gemerkt, dass die Heizung im Kurtheater ausgestiegen sei, meldete das «Regionaljournal Aargau/Solothurn» des Schweizer Radios DRS gestern. Erst kurz vor Aufführungsbeginn habe die Heizung wieder funktioniert.

Auf Anfrage bestätigt Louis Burgener, technischer Leiter des Kurtheaters, die Panne. «Am Sonntag vor einer Woche ist der Brenner ausgestiegen. Glücklicherweise habe ich es frühzeitig bemerkt.»

Umbau Kurtheater

2007 fand ein Wettbewerb für den Umbau und die Erweiterung des Kurtheaters statt, aus dem das Projekt «Equilibre» der Zürcher Architekten Martin und Elisabeth Boesch hervorging. Der Kostenvoranschlag - man ging zuerst von rund 16 Mio. Franken aus - wies per Ende 2008 eine Summe von 28,6 Mio. Franken aus. Nebst den hohen Kosten wurde auch der Umgang (Denkmalschutz) mit dem Sachs-Foyer diskutiert. Zurzeit arbeitet ein unabhängiges Büro eine vertiefte Untersuchung der vorhandenen Bausubstanz aus. (mru)

Im letzten Monat sei zudem zweimal die Inspizientenanlage ausgestiegen. Mit dieser steuert der Inspizient die Aufführungen, gibt dem Lichtmeister Anweisungen oder sagt den Schauspielern, wann sie auf die Bühne müssen. Auch Barbara Riecke, künstlerische Leiterin des Kurtheaters, zeigt sich besorgt: «Wir befürchten immer, dass wieder eine Anlage ausfällt.» Improvisieren sei im Kurtheater an der Tagesordnung.

Zahlt der Kanton die Hälfte?

Für die Verantwortlichen ist klar: So kann es nicht weitergehen. Um den Betrieb bis zum Umbau (siehe Box) zu gewährleisten, sind dringend Sofortmassnahmen nötig. «Erste Massnahmen wie eine neue WC-Spülung oder den Ersatz des Teppichs im Foyer haben wir bereits letzten Oktober vorgenommen», sagt Adrian Humbel, Projektleiter Umbau und Erweiterung Kurtheater.

Nun habe man einen Katalog zusammengestellt, der die weiteren dringenden Massnahmen enthalte, die in der Sommerpause vorzunehmen seien, erklärt Humbel. «Dabei sind wir auf eine Summe von rund 900000 Franken gekommen. Wir haben den Kanton, besser gesagt den Swisslos-Fonds, angefragt, ob er für die Hälfte aufkommt.» Die andere Hälfte würde die Stadt Baden übernehmen. Humbel: «Dem Einwohnerrat wird an einer der nächsten Sitzungen der Bruttokredit in der Höhe von 900 000 Franken vorgelegt.»

Besucher sind nicht gefährdet

Einen Löwenanteil der 900000 Franken macht der Ersatz der veralteten Bühnenbeleuchtung aus. «Diese Investitionen sind nicht etwa verloren. Denn ganz egal, welches Projekt schliesslich realisiert wird, die neue Lichtanlage wird im Kurtheater bleiben.» So ärgerlich die Pannen auch sind: «Sie betreffen nur die technischen Anlagen. Die Sicherheit der Theaterbesucher ist davon nicht beeinflusst», hält Humbel fest. So hätten Untersuchungen am Foyer gezeigt, dass die Tragsicherheit nach wie vor gewährleistet sei.

Die Stadt Baden will dafür sorgen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. «Der Stadtrat setzt alles daran, dass das Kurtheater bis zum Umbau sicher funktioniert», sagt Daniela Berger, Stadträtin und Kulturvorsteherin. Es verstehe sich deshalb von selbst, dass die Stadt der Eigentümerin des Kurtheaters – der Theaterstiftung Baden-Wettingen – unter die Arme greife.