Nachruf
Mäni Fuchs: Der Wettinger, der ein Badener Stadtoriginal war

Im Gedenken an Mäni Fuchs (1925-2020), Fasnächtler und «ernste Frohnatur». Er ist am 13. April verstorben.

Roman Huber
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Mäni Fuchs (1925-2020) schloss am Ostermontag im Beisein seiner Jeannette für immer die Augen.

Mäni Fuchs (1925-2020) schloss am Ostermontag im Beisein seiner Jeannette für immer die Augen.

Badener Tagblatt

Müde und zufrieden durfte Mäni Fuchs seinen Altersgebresten in die Ewigkeit entfliehen. «Danke für alles Schöne, das ich erleben durfte. Danke auch jenen, die mir geholfen haben, ein frohes Leben zu führen» – es waren seine Worte auf der Todesanzeige. Typisch für ihn, denn wenn es drauf ankam, überliess Mäni Fuchs nichts dem Zufall.

Das war als Berufsmann wie als heimlicher Künstler so – kaum jemand wusste, dass er die Kunstgewerbeschule in Zürich besucht hatte –, der für die Badener Fasnacht jahrelang seine Masken, Kostüme und Accessoires schuf. Ob als Spielteufel zur Eröffnung des Grand Casino, als Pöstler, beim Swissair-Crash oder bei Bankskandalen: «Mäni» wurde an Umzügen und Maskenbällen oft auf den ersten Rang gesetzt und bleibt unvergesslich. Mit 79 Jahren machte er als «Sparer der Nation» letztmals aktiv mit.

Auch «in Zivil» war Mäni Fuchs unübersehbar. Mit buschigem Schnauz, blitzblanker Glatze und weissem Haarkranz wurde er sogar als Model engagiert. In Theaterstücken und Festspielen, so an Badenfahrten, wirkte er als Charakterdarsteller. Die Rollen des Polizisten und Pfarrers waren wie auf ihn zugeschnitten. Die Spanischbrödlizunft ehrte ihn an der Cordulafeier 2008, die Obersiggenthaler Chlöpfer machten ihn zum «Ehren-Chlöpfer».

Kraft geschöpft dank Musik und Natur

Mäni Fuchs wuchs in Wädenswil als Seebube auf, der zeitlebens das Wasser liebte und im Sommer stets gerne schwimmen ging – der kalte Winter war ihm eher ein Greuel. In den Kriegsjahren lernte er in der Maschinenfabrik Oerlikon Maschinenzeichner und bildete sich zum Konstrukteur weiter. Ab 1952 wirkte er bis zur Pensionierung in Wettingen bei der Gutor, wo er seine Jeannette kennen lernte und 1965 heiratete. Zwei Jahre später kam Sybille zur Welt.

Seine Lebensfreude half ihm über gesundheitliche Rückschläge hinweg. Musik, der Gang durch die Natur aber auch die Geselligkeit gaben ihm die Kräfte zurück. Am liebsten war Mäni Fuchs in Baden unterwegs und suchte noch im hohen Alter in «seinen» Lokalen, so im «Go-In», den Kontakt zu den Menschen, als einstiger Lehrlingsausbildner auch zu den jungen.

Obschon seit Jahren getrennt, unterstützte ihn Jeannette liebevoll, sodass Mäni Fuchs bis vor zweieinhalb Jahren in seiner Wohnung leben durfte, wo seine Fasnachtstrophäen und sein Porträt hingen, gemalt vom jüngst verstorbenen Freund und Badener Künstler Attila Herendi.

Das Besuchsverbot der Corona-Massnahmen machten ihm in den letzten Wochen trotz guter Betreuung im Regionalen Pflegezentrum zu schaffen. An Ostern durfte er dennoch seine Liebsten empfangen. Als Tochter Sybille ihm ab Handy den Laridah-Marsch spielte, hob er sogar die schwachen Arme und dirigierte mit.

Am Ostermontag schloss er im Beisein von Jeannette für immer die Augen. Im kleinsten Kreis fand die Abdankung im Friedhof Brunnenwiese statt. Kurz danach streuten zwei alte Freunde – «Borelli» und «Gipfeli» – in aller stiller Erinnerung Konfettis über das Grab.