«Der Unterschied vom ersten zum zweiten Film sind, glaube ich, die rund 15 Kilo von Marco Rima», sagt Regisseur Jürg Ebe nach der Vorpremiere im Trafokino in Baden. Jürg Ebe und Marco Rima haben bereits vor vier Jahren im Film «Handy Man» zusammengearbeitet.

Ebe beschwichtigt sogleich: «Nein, Marco hat natürlich 15 Kilo abgenommen.» Auf der Trafo-Bühne steht neben Ebe und Rima auch Hans Syz, der ausführende Produzent.

Marco Rima war als Oliver Klaus Hauptdarsteller, Co-Autor und zudem Co-Produzent mit seiner Firma Keep Cool Entertainment. Wie gut lässt sich das unter einen Hut bringen? «Im Vorfeld habe ich vieles angerissen und organisiert», sagt Marco Rima. Nachher, während der Dreharbeiten, sei er dann vor allem Hauptdarsteller gewesen.

Liebling, lass uns scheiden (2010) Trailer

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Viel Applaus geerntet

Nach der Pause staunten die Kinobesucher der fast ausverkauften Vorpremiere nicht schlecht: «Alle Fahrkarten vorweisen bitte» tönt es aus der Ecke und Marco Rima marschiert mit Regisseur und Produzent in die oberste Sitzreihe, um sich den zweiten Teil des Films anzuschauen.

Am Ende begibt sich die Crew unter grossem Applaus auf die Bühne. «Dieser Applaus ist der schönste Lohn für uns», kommentiert Jürg Ebe. Auch Hans Syz freut sich über das gelungene Resultat: «Wir sind stolz, was wir innerhalb von eineinhalb Jahren auf die Beine gestellt haben.»

Zum Schluss kommt Marco Rima noch zu Wort. Der Film gebe viele autobiografische Elemente wieder. Rima hat eine Scheidung hinter sich und zwei Kinder. Doch er betont: «Ich will alle ermuntern, einander vor dem endgültigen Schlussstrich noch einmal tief in die Augen zu schauen und sich an die gemeinsame Geschichte zu erinnern.»

Eine Geschichte aus dem Leben

Der Film bringt ein Thema auf den Punkt, das mittlerweile auch einen grossen Teil der Bevölkerung betrifft: die Scheidung. «Das ist wie beim Auto – du bringst es in den Service und nachher läuft es wieder», erklärt Oliver (Marco Rima) seinem Freund Willi (Andrea Zogg) den Stand seiner Ehe.

Bei Oliver zu Hause sind die Rollen klar verteilt, aber für einmal umgekehrt: Er ist Hausmann und kümmert sich um das Wohl der Kinder. Seine Frau Franzi (Esther Schweins) macht Karriere.

Am Tiefpunkt malen

Beim Paartherapeuten – mit einer Erfolgsquote von unter 25 Prozent – eröffnet Franzi Oliver, dass sie sich von ihm trennen will. Für Oliver bricht eine Welt zusammen; Franzi geht für zwei Monate geschäftlich nach London. Am Tiefpunkt der Krise beginnt Oliver wieder zu malen und entwickelt sich zum Draufgänger von früher.

Dank einer Freundin findet er wieder ins Leben. Franzi wird von ihrem Geschäftskollegen umworben und nur knapp entwickelt sich aus der Geschäftsbeziehung keine Bettgeschichte. Ein Bilderbuch-Happy-End krönt die Geschichte der Familie Klaus.