Thermalbad-Startschuss

Mario Botta: «Es gibt noch einige Probleme – aber das gehört zum Leben»

«Das Leben eines Architekten besteht darin, zu warten»: Ein Gespräch mit Mario Botta

«Das Leben eines Architekten besteht darin, zu warten»: Ein Gespräch mit Mario Botta

Am Dienstagmorgen fand der offizielle Eröffnungsakt für den Bau des neuen Thermalbades statt. Architekt Mario Botta: «Unsere Aufgabe besteht darin, der Quelle eine Zukunft zu geben und den Menschen ein Stück Lebensfreude.»

Die Badener Bäder-Prominenz hat sich am Dienstagmorgen vor dem Römerhof versammelt, um einem historischen Augenblick beizuwohnen: Dem offiziellen Baustart für das neue Thermalbad, der mit der Baggerzange besiegelt wurde. Mit den Vorarbeiten für den Abbruch war bereits am 9. Januar begonnen worden. Das neue Bad wird unter anderem auf der Parzelle des «Römerbads» zu stehen kommen.

Die Bise, die dem Limmatknie entlang blies, machte alles noch bitterkälter, als es schon war. Ein letztes Mal beleuchteten ein paar Sonnenstrahlen das «Römerbad». Fensterlos und ausgeräumt schien das rund 80 Jahre alte Gemäuer auf seinen Abbruch nur noch zu warten. Erwärmend mochte einzig der Gedanke an das warme Thermalwasser sein, das an diesem Ort aus den Quellen sprudelt und in etwas mehr als zwei Jahren das neue Bad speisen wird.

Ein Blick in die Reihen der Spatenstich- oder vielmehr Abbruch-Gäste liess auf die Bedeutung des Aktes schliessen. Verwaltungsräte der Verenahof AG, Mitglieder des Stiftungsrates Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, die seit fünf Jahren nicht ohne Grund den Zusatz «Baden» im Namen trägt, Beteiligte der Stadt, allen voran der Bauverwaltung, Unternehmer und Anwohner waren zugegen. Der einzige wichtige Abwesende war derjenige, der am meisten Energie in dieses Projekt gesteckt hatte, ohne den es kaum zu diesem Augenblick gekommen wäre: Benno Zehnder, ehemals VR-Präsident der Verenahof AG und Initiant.

Der Bagger reisst die ersten Stücke des Badener Römerbad ab

Der Bagger reisst die ersten Stücke des Badener Römerbads ab

Stephan Güntensperger,  Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Bäderquartier-Projekts, und Stadtrat Markus Schneider kam die Ehre zuteil, die ersten Bagger-Arbeiten durchzuführen.

«Es ist ein historischer Tag für uns und für Baden», sagte Stephan Güntensperger, Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Bäderquartier-Projekts von der Treppe des säulengetragenen Eingangportals des «Römerbads». «Es ist ein Start in eine neue Bäderzukunft.» Schon vor fast zehn Jahren habe die Stiftung hier an einem ersten Meeting mit der Verenahof AG teilgenommen, erzählt er rückblickend.

Neues Bad für Baden

Neues Bad für Baden

Heute begannen die Abbrucharbeiten im Bäderquartier Baden. Stararchitekt Mario Botta, der das neue Thermalbad entworfen hat, war mit vor Ort.

Botta: «Geschenk des Himmels»

«Die Thermalquelle ist ein Geschenk des Himmels, das direkt aus der Erde heraussprudelt. Unsere Aufgabe bestand darin, der Quelle eine Zukunft zu geben und den Menschen ein Stück Lebensfreude», führte Architekt Mario Botta aus. Dass der Planungsprozess ihm viel Geduld abverlangte, relativierte er nach seiner kurzen Rede: «Das Leben eines Architekten besteht darin, zu warten. Am Ursprung steht jeweils eine Idee, aber damit ist es noch nicht getan.

Es gibt auch Faktoren wie die Geschichte, die Wirtschaft und das Leben, die berücksichtigt werden müssen. Geduld ist daher etwas, das dazugehört.» Die Stadt werde nicht von Architekten gebaut, sondern vom Laufe der Zeit, so Botta. Nach zehn Jahren Arbeit gebe es nun ein physisches Zeichen für die Verwandlung der Stadt. «Diese Energie aus der Erde, diese 35 Quellen, die mit 47 Grad aus dem Boden sprudeln, sie warten nur darauf, dass wir von ihnen Gebrauch machen», sagt Botta. Die Arbeit indes geht für ihn weiter: «Die Details des Projekts müssen noch ausreifen, es gibt noch einige Probleme. Aber das gehört zu unserem Leben, zu unserer Arbeit dazu.»

Woran man zehn Jahre geplant habe, werde nun endlich greifbar, sagte Stadtammann Geri Müller. «Baden ist stolz darauf, ein Bad des berühmten Mario Botta zu erhalten», wenn auch selbst Genialität nicht unumstritten sei.

«Endlich dürfen wir hier stehen», begann Vizeammann Markus Schneider. «Ich möchte vielen Leuten Danke sagen: Der Stiftung, die das Projekt vorangetrieben hat, und natürlich Benno Zehnder. Ohne seinen Willen, am Projekt festzuhalten, wären wir nicht so weit gekommen», sagte der Bauvorsteher, der das Bäderprojekt in den vergangenen Jahren in seiner Funktion begleitet hatte. Er wies in seinen Worten darauf hin, dass jetzt auch die Stadt Baden mitziehen werde. Dabei sprach er die städtischen Projekte Mättelipark, Kurplatz und die Neugestaltung des öffentlichen Raumes im Bäderquartier an.

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