Baden
Mario Botta ist für raschen Bau des Thermalbades: «Es beschäftigt mich»

Vor fünf Jahren präsentierte der Tessiner Stararchitekt Mario Botta das neue Thermalbad in Baden. Der Bau verzögert sich aufgrund von Interessenskonflikten mit der Bauherrin und der Denkmalpflege. Botta ist für eine rasche Umsetzung des Projektes

Pirmin Kramer
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Das zukünftige Thermalbad ist seit 5 Jahren in der Planung. Stararchitekt Mario Botta äussert sich zum Bauverzug.

Das zukünftige Thermalbad ist seit 5 Jahren in der Planung. Stararchitekt Mario Botta äussert sich zum Bauverzug.

az / verenahof.ch

Wie ein Löwe habe er dafür gekämpft, den Auftrag zu erhalten, sagte er damals. Es sei das erste Mal, dass er ein grosses Projekt an einem Fluss realisieren dürfe.

Von einem möglichen Baubeginn im Jahre 2011 war damals die Rede. Doch noch immer liegt kein Baugesuch auf. Die letzten zwei Schlagzeilen in dieser Zeitung lauteten: «Verenahof – es ist Sand im Getriebe» und «Bäderprojekt: Es steckt der Wurm drin.» Es gibt Unstimmigkeiten zwischen der Denkmalpflege und der Bauherrin Verenahof AG: Die Pläne für das Bad sowie das Wohn- und Geschäftshaus wären zwar baureif; doch beim «Verenahof» ist noch offen, was erhalten bleiben muss und was nicht (az vom 2.2.).

«Es beschäftigt mich»

Nun äussert sich der preisgekrönte Architekt Mario Botta zur Frage, ob es ihm Sorgen mache, dass mit dem Bau noch nicht begonnen wurde – oder ob bei solch grossen Projekten zeitliche Verzögerungen dazugehörten.

«Sicher macht es mir Sorgen!», schreibt Botta in seiner Antwortmail. «Es beschäftigt mich, denn dem Leben eines Architekten ist die Ewigkeit noch nicht gegönnt. Und wenn es für das Anfangsverfahren eines Projektes zehn Jahre braucht (nun sind schon gut fünf Jahre verstrichen), bleiben dem Architekten nur wenige Jahre, um die von ihm gebaute Therme geniessen zu können.»

Botta hat bereits Bäder gebaut – 2006 das Tschuggen-Spa in Arosa und das 2011 eröffnete Spa von Rigi-Kaltbad. «Bevor ich das Tschuggen-Spa in Angriff genommen habe, war ich mit Wellness und entsprechenden Anlagen nie in Berührung gekommen.

Also habe ich mich mit diesem modernen Phänomen auseinandergesetzt und mich gefragt, was es für die Menschen bedeutet, zu baden, zu relaxen, den Körper zu pflegen», sagte er in einem Interview mit dem Magazin «Zeitlupe». «Ich sehe das als einen Rückzug zu Mutter Erde, wo die natürlichen Elemente Stein, Holz, Wasser und Licht für Ruhe und Geborgenheit sorgen. Das umzusetzen, gefällt mir.»

Von einem runden Tisch mit Stadt, Denkmalpflege, Kantonsarchitekt und Verenahof AG erhoffen sich nun alle Beteiligten, dass das Bäderprojekt vorangetrieben werden kann.