Schwingen
Mario Thürig gewinnt Schwingfest trotz Knieproblemen

Beim 105. Aargauer Kantonalfest in Niederrohrdorf setzte es eine Überraschung ab. Mario Thürig gewann das Schwingfest. Im Schlussgang genügte ihm gegen den Bündner Gast Beat Clopath ein Gestellter.

Wolfgang Rytz
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Im Schlussgang widerstand Mario Thürig (oben) allen Brienzer-Angriffen von Beat Clopath (Bild: Wolfgang Rytz)

Im Schlussgang widerstand Mario Thürig (oben) allen Brienzer-Angriffen von Beat Clopath (Bild: Wolfgang Rytz)

Aargauer Zeitung

Seit Frühling 2010 leidet Mario Thürig an Knieproblemen, die ihn mehrheitlich vom Training im Schwingkeller abhielten. Trotz langer Schwingerpause im Winter klangen die Schmerzen, herrührend von einem Knorpelschaden, nur teilweise ab. Aber konditionell hielt sich der «Eidgenosse» mehr als nur fit, wie er in Niederrohrdorf bewies.

Am Auffahrtstag hatte er jedoch in Basel nach durchzogener Leistung den Kranz verfehlt. Dies ist sich der ehrgeizige Möriker nicht gewohnt. Viele glaubten, ihm gingen zurzeit die schwingerischen Fertigkeiten ab, um an der Spitze mitzumischen. Doch Mario Thürig belehrte diese Kritiker eines Besseren. «Nach zwei harzigen Jahren ohne alleinigen Kranzfestsieg ist dies eine riesige Erleichterung», strahlte er nach dem «gestellten» Schlussgang gegen den Bündner Gast Beat Clopath, der zum Triumph genügte.

Thürig gewinnt die ersten fünf Gänge

Als einziger Schwinger des 147-köpfigen Feldes hatte er die ersten fünf Gänge gewonnen. Nach dem Wyberhaken-Sieg über den Baselbieter Michael Gschwind kam der jüngere der Thürig-Brüder in Fahrt. Im dritten und vierten Gang räumte er die Solothurner Spitzenleute Thomas Zindel und Bruno Gisler mit geschickter Taktik aus dem Weg. Im Gegensatz zu seinen besten Jahren griff er nicht wild entschlossen mit Wyberhaken an, sondern liess die Gegner offensiv werden, um dann zu kontern. So brauchte er in den letzten zwölf Minuten nur noch Clopaths Brienzer-Versuche abzuwehren, um seinen elften Kranzfestsieg nach Hause zu schaukeln.

Arg geschwächt trat der grosse Favorit Christoph Bieri an. Obwohl er dies nicht als Erklärung anführte, fehlte ihm im Gegensatz zum fulminanten Auftritt drei Tage zuvor in Basel die Spritzigkeit. Seit Auffahrt leidet er an einer Magen-Darm-Grippe. Zwar begann er mit einem Sieg auf einen Übersprungkonter gegen Beat Clopath standesgemäss, dann bremsten ihn aber Roger Erb und Thomas Zindel mit solider Verteidigung aus der Entscheidung. «Das Thomas so defensiv schwingt, enttäuschte mich», ärgerte sich Bieri, der mit Rang 3b die drei prächtigen Lebendpreise verfehlte.

Wieder zwei Neukranzer

Insgesamt präsentierte sich aber die Aargauer Bilanz beim eigenen Kranzfest vorzüglich. Von 24 Kränzen blieben deren 13 im Kanton. Die Teilnehmer aus Solothurn und Baselland eroberten je fünf Auszeichnungen, die Gäste dank Beat Clopath eine. Nachdem schon das «Baselstädtische» mit Patrick Mele und Hannes Wilhelm zwei Aargauer Neukranzer hervorbrachte, doppelten David Anderegg und Silvan Schenk in Niederrohrdorf mit ihrem ersten Kranzgewinn nach.