Stadtammann-Wahl
Markus Schneider tritt nicht mehr an - CVP denkt bereits an Wahlen im Herbst

Die CVP Baden teilte am Dienstagabend nach einer Parteisitzung mit, dass ihr Stadtammann-Kandidat Markus Schneider im 2. Wahlgang nicht mehr antreten werde. Die Partei hofft auf eine bürgerliche Regierung in Baden.

Pirmin Kramer
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Markus Schneider (CVP).

Markus Schneider (CVP).

Die CVP Baden teilte am Dienstagabend mit, dass ihr Stadtammann-Kandidat Markus Schneider auf den 2. Wahlgang verzichten werde. Markus Schneider bestätigt: «Ich habe der Parteileitung am Dienstagabend offiziell bestätigt, dass ich mich an die getroffene Abmachung halten werde und trotz marginaler Stimmendifferenz zu den anderen Kandidaten meine Kandidatur für den Wahlgang vom 3. März zurückziehe.»

Das bedeutet, dass es in Baden zu einem Duell zwischen FDP-Stadtrat Roger Huber und Vizeammann Geri Müller (team) kommen wird. Die Frage, ob überraschend noch weitere Kandidaten ins Rennen um das Stadtammannamt einsteigen, klärt sich am Mittwoch um 12 Uhr, wenn die Anmeldefrist abläuft.

FDP-Baden-Präsident Matthias Bernhard freute sich auf Anfrage der Aargauer Zeitung über den Beschluss der CVP: «Danke Markus Schneider, danke CVP für diesen guten Entscheid.»

Kandidatur von Stadtrat Reto Schmid geprüft

Bevor sie den Verzicht Schneiders beschloss, diskutierte die CVP-Parteileitung am Dienstagabend mehrere Optionen. Unter anderem stand zur Diskussion, Stadtrat Reto Schmid ins Rennen zu schicken. Nun teilt die Partei mit: «Die CVP verzichtet auch auf eine Nomination von Reto Schmid. Dies trotz anderslautender Empfehlungen von verschiedenen Seiten, und obwohl sie dem über die Parteigrenzen hinaus fachlich und persönlich geschätzten Stadtrat ebenfalls gute Wahlchancen zurechnet.»

Wunsch nach bürgerlicher Regierung

Die CVP zeigte sich «enttäuscht» darüber, dass der Handschlag zwischen Markus Schneider und FDP-Stadtammann-Kandidat Roger Huber nicht wie vereinbart vertraulich behandelt wurde. Die bürgerlichen Kandidaten hatten abgemacht, dass nur gegen Geri Müller antreten werde, wer im 1. Wahlgang das bessere Resultat erzielt.

Dennoch lässt die CVP durchblicken, dass sie im 2. Wahlgang der Stadtammann- und Stadtratswahlen die FDP unterstützt, mit der es auch wegen eines Wahlflyers zu Unstimmigkeiten gekommen war (az vom 18.1). «Betreffend des zweiten Wahlgangs am 3. März bekräftigt die CVP ihren bereits vor den Wahlen geäusserten Wunsch nach einer bürgerlichen Regierung in Baden.»

Erneute Kandidatur im Herbst?

Dass 2013 doch noch ein CVP-Kandidat zum Stadtammann gewählt werden könnte, ist trotz der Entscheide nicht auszuschliessen – denn im Herbst finden Gesamterneuerungswahlen statt. «Wir erachten es als legitim, allenfalls bereits wieder im Herbst mit einem Kandidaten für das Amt des Stadtammanns anzutreten», teilt die Partei mit.

Die Grünliberale Partei Baden Ennetbaden teilte mit, sie werde keinem der für den 2. Wahlgang nominierten Kandidaten ihre Stimme geben. Sie bezeichnet den «Hahnenkampf» zwischen CVP und FDP als «unvereinbar mit der politischen Kultur in Baden». Auch die unklare Stellungnahme des team-Kandidaten Geri Müller bezüglich seiner doppelten Funktionen als Nationalrat und als Stadtammann könne nicht toleriert werden, denn diese Doppelbelastung lasse schlicht keinen vollen Einsatz für die Stadt Baden zu.

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