Wettingen
Marroni, Glühwein und ein Held, der sich nicht als solcher fühlt

Ein Silbermedaillen-Gewinner war am 7. Neujahrs-Apéro in Wettingen für die Bevölkerung Überraschungsgast: Bademeister

Rosemarie Mehlin
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Marroni, Glühwein und ein Held am Neujahrsapéro Wettingen
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Hunderte Besucher pilgerten zum Wettinger Festzelt
Gemeindeammann Markus Dieth hatte Markus Ernst, Vize-Aargauer des Jahres, eingeladen
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz Ammann Markus Dieth spricht zu den Bürgern.
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz Markus Ernst, der Vize-«Aargauer des Jahres 2014».
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz Markus Ernst, der Vize-«Aargauer des Jahres 2014».
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz
Impressionen des Wettinger Neujahrs-Apéro auf dem Zentrumsplatz

Marroni, Glühwein und ein Held am Neujahrsapéro Wettingen

Alex Spichale

Die Schlange vor dem Marroni-Häuschen auf dem Zentrumsplatz wurde immer länger und zunehmend füllte sich das grosse Festzelt daneben mit Menschen. Drinnen wurde mit Glühwein und Punsch auf das neue Jahr – kaum 17 Stunden war es alt – angestossen. Aufgewärmt von Heizpilzen schwirrten hundertfach Wünsche für «Gesundheit», «Glück», «Erfolg», «Freude» hin und her, wurden Hände gedrückt und rote Backen geküsst.

90 Kilo «Cheschtene»

Strahlend und stolz auf «seine» Wettingerinnen und Wettinger sowie auf die «Gemeinde, die Vertrauen in die Zukunft hat», hiess Ammann Markus Dieth die Gäste willkommen. Wie viele mögen es gewesen sein? 600 ganz bestimmt, vielleicht gar 700. Marroni-Mann Johnny hatte, geordert von der Gemeinde, 90 Kilo «Cheschtene» gebraten – zum Schluss waren seine Pfannen fast leer. Allerdings dürfte der Eine oder die Andere mit der offerierten Köstlichkeit im kleinen Papiersack ohne Umweg übers Festzelt heimwärts gezogen sein.

Vize-«Aargauer des Jahres»

Verpasst wurde in dem Fall nicht nur das wärmende Getränk, sondern auch eine herzerwärmende Ansprache des diesjährigen Überraschungsredners, den Dieth als «Silbermedailen-Gewinner» ankündigte. Sein Name: Markus Ernst, seine Sportart: Biken. Den zweiten Platz hatte sich Ernst jedoch nicht als Sportler, sondern als Lebensretter geholt.

Als er im letzten Sommer mit dem Bike an der Limmat unterwegs war, hatte der 50-Jährige in letzter Sekunde ein vier Monate altes Kind aus dem in den Fluss gestürzten Kinderwagen gerettet. Für diese Tat war er von der Aargauer Bevölkerung und den NAB-Award-Galagästen zum Vize-«Aargauer des Jahres 2014» gewählt worden.

Am Reservoir beim Herdernhof

«Ismeischter Tägi» steht auf dem Rücken von Ernsts blauer Jacke geschrieben und im Sommer amtet er als Bademeister. Biken ist seine Leidenschaft. «Es war reiner Zufall, dass ich an jenem Sommertag meine gewohnte Route etwas umgestellt hatte und dadurch genau im entscheidenden Moment an jener Stelle, wo das Unglück passiert war, vorbei fuhr.»

Ernst fühlt sich überhaupt nicht als Held – das spürte man deutlich, dort im grossen Festzelt. Und ebenso deutlich zeigten seine Worte, dass er seine beiden Berufe liebt. «Ich lerne täglich so viele spannende, interessante Leute kennen, kann so vieles beobachten. So wie jetzt am Morgen jeweils die Eiskunstläuferinnen, die um 8.30 Uhr zum Training kommen und abends dann die Senioren, die von 22 bis 23.45 Uhr eisern Eishockey spielen und zum Schluss immer noch 20 Liegestützen machen. Und ich freue mich jetzt schon wieder auf den Sommer und die vielen täglichen Gespräche, die ich mit Gästen führen kann. Etwa mit Frau Meier, eine Witwe, die täglich um 9.45 zum Aquafit kommt und die mir einmal gesagt hat, ich sei jeweils der erste Mensch am Tag, mit dem sie reden könne.» Zum Schluss gab Markus Ernst den Apéro-Gästen einen Tipp: «Beim Herdernhof gibt es ein Reservoir von dem aus man die allerschönsten Sonnenuntergänge weit und breit sehen kann.»

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