Baden
Martinsberggut: Bald dürfen hier alle Kinder spielen

Weil die Stadt sparen muss, saniert sie die Parkanlage Martinsberggut für 0,5 statt 1,5 Millionen Franken. Nach der Neugestaltung dürfen alle den Park nutzen. Für Kinder gilt allerdings eine Ausnahme.

Sabina Galbiati (Text und Foto)
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Vor der ABB-Kinderkrippe baut die Stadt den neuen Spielplatz
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Bald dürfen alle Kinder auf dem Spielplatz im Martinsberggut spielen
Einige Bäume mussten gefällt werden, weil sie krank waren
Noch sieht es im Park sehr trostlos aus
Die unbewachsene Stelle und die Steine dahinter markieren die versiegte Grotte
Das alte Wegsystem erkennt man noch an den Kalksteinen im Boden
Die unbewachsene Stelle und die Steine dahinter markieren die versiegte Grotte

Vor der ABB-Kinderkrippe baut die Stadt den neuen Spielplatz

Sabina Galbiati

Die ersten Arbeiten in der Parkanlage Martinsberggut haben bereits begonnen. Arbeiter vom Werkhof mussten kranke, stark bruchgefährdete Bäume aus Sicherheitsgründen fällen. Diesen Frühling will die Stadt den Park sanieren und öffentlich zugänglich machen. Ursprünglich hätte die Stadt 1,5 Millionen Franken in die Neugestaltung investieren wollen. Doch weil sie sparen muss, wird die Parkanlage nun für lediglich 0,5 Millionen Franken aufgewertet und saniert.

Dabei hätte die Parkanlage historisch einiges zu bieten. Kalksteine markieren noch die Ränder, wo einst das Wegsystem des Bauernbetriebs aus dem frühen 18. Jahrhundert verlief. Badener Aristokratenfamilien nutzten das alte Gut bis Ende des 19. Jahrhunderts als herrschaftlichen Sommersitz. Bis heute erhalten geblieben ist das Haus an der Wiesenstrasse 30, wo seit 1966 eine ABB-Kinderkrippe einquartiert ist. Doch: «Die zunehmend verwilderte Anlage ist als Gartendenkmal und als ehemaliges Bauerngut in Vergessenheit geraten», hatte der Stadtrat 2013 in seinem Antrag für den Projektierungskredit geschrieben. So versickert heute auch das Quellwasser einer Grotte am Parkrand ungesehen im Berg. Dabei wäre sie einzigartig in der Region.

Kinder müssen Geduld haben

Die zu teure Idee: Die Wassergrotte wieder zum Sprudeln bringen; das Wegsystem mit den Kalksteinen wieder hervorholen und begehbar machen. Grotte und Wegsystem sowie weitere Elemente sind jetzt gestrichen. Auf Neubauten und Instandstellungen im Bereich des ursprünglichen historischen Gartens wird verzichtet. Der Spielplatz in diesem Bereich ist geblieben. Er wird direkt vor der ABB-Kinderkrippe neu gebaut. Weil der Park öffentlich zugänglich gemacht wird, dürfen dort bald alle Kinder spielen. Allerdings müssen sie Geduld haben und jeweils warten, bis der Kindergarten geschlossen ist.

Dass man nicht alle Ideen realisiere, sei zwar schade, sagt Werkhofleiter Thomas Stirnemann. «Aber was im Moment nicht umgesetzt wird, kann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden», erklärt er.

Der untere Teil des Parks wird durchgehend offen sein. Ein neuer Weg wird die Stadt auf der einen Seite des Parks, mit den Wiesen und Wäldern am Martinsberg verbinden. Die alten, schützenswerten und gesunden Bäume bleiben erhalten. Entlang dem geplanten Weg und um die Bäume herum wird es Sitzgelegenheiten geben.

Das Baugesuch liegt noch bis Anfang März bei der Abteilung Planung und Bau öffentlich auf.