Würenlos
«Massive Veränderung der Landschaft»: Naturschützer machen mobil gegen geplante Deponie Steindler

Gegner der geplanten Deponie Steindler in Würenlos befürchten Verlust von Naherholungsgebiet und lancieren eine Petition. Kritik kommt auch von der Zürcher Nachbargemeinde Otelfingen.

Philipp Zimmermann
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Eine Ballonaktion führt es vor: Die Erdoberfläche wird durch den Aushub dereinst um durchschnittlich 9,5 Meter höher liegen.

Eine Ballonaktion führt es vor: Die Erdoberfläche wird durch den Aushub dereinst um durchschnittlich 9,5 Meter höher liegen.

zvg

Wohin mit all dem Aushub? Für Baden Regio stellt sich genau diese Frage. Die Deponien und Kiesgruben der Region reichen nicht mehr, um den Aushub mittel- bis langfristig zu schlucke. Der Badener Planungsverband befürchtet, dass sich der Engpass verschärft. Denn der Bauboom sorgt dafür, dass solches Material weiterhin in hohen Mengen anfällt. Deshalb will Baden Regio im Gebiet Steindler in Würenlos eine Aushub-Deponie errichten, welche die Dereba AG betreiben soll. Der Gemeinderat Würenlos hat zugestimmt.

Im kantonalen Richtplan muss der Status der Deponie dafür auf Festsetzung geändert werden. Die Vernehmlassung läuft noch bis zum 18. Dezember. Danach müssen der Regierungsrat und der Grosse Rat über den Antrag befinden.

Die Deponie Steindler ist nordöstlich des Würenloser Dorfkerns geplant. Das Deponiegebiet grenzt im Norden und Osten an die Zürcher Nachbargemeinde Otelfingen. Auf einer Fläche von 16,9 Hektaren sollen während zirka neun Jahren rund 1,63 Millionen Kubikmeter an unverschmutztem Aushubmaterial abgelagert werden, heisst es im Bericht des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zur Vernehmlassung. Die Flächen werden heute für die Landwirtschaft genutzt.

Die Oberfläche in der Deponie wird durch den Aushub um durchschnittlich 9,5 Meter angehoben. Im Bericht heisste es:

Der Deponiekörper soll sorgfältig in die bestehende Landschaft eingegliedert werden.

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen rekultiviert und somit wiederhergestellt werden. Bei einem jährlichen Auffüllvolumen von rund 175000 Kubikmetern ist mit durchschnittlich 144 Lastwagen-Fahrten pro Werktag zu rechnen. Rund 85 Prozent der Aushubtransporte wird via Autobahn A1 erwartet.

«Massive Veränderung der Landschaft»

Gegen das Projekt gibt es schon länger Widerstand, gerade aus Otelfingen. «Die massiven Landschaftsveränderungen zerstören das Landschafts- und Ortsbild, der Verkehr ist kaum verkraftbar und die Nähe zu den Siedlungen würde die Einwohner zu lange und zu stark den Emissionen aussetzen», schreibt der Gemeinderat in seiner Vernehmlassungsantwort.

Aber auch in Würenlos selbst wird Kritik laut. «Im Endzustand wird der bei Spaziergängern und Erholungssuchenden beliebte Bach im Teufermoos mit fast 20 Metern Aushub bedeckt sein!», schreiben Walter Schneider und Christoph Meier vom Natur- und Vogelschutzverein Würenlos auf der Online-Plattform petitio.ch. Sie haben dort die Petition «Beliebtes Naherholungsgebiet Steindler erhalten – Deponie verhindern!» lanciert:

Sie kritisieren:

Die Errichtung einer Deponie des Typs A im Gebiet Steindler führt zu einem dauerhaften Verlust eines der beliebtesten und wichtigsten ortsnahen Naherholungsgebiete in Würenlos und zur Zerstörung einer landschaftlich sensiblen Pufferzone zum Lägernschutzgebiet.

Der regionale Bedarf für die Deponie sei nicht hinreichend abgeklärt. «Der Grossteil des Auffüllmaterials (über 70 Prozent) soll von ausserhalb unserer Region angeliefert werden!» Sie befürchten, dass der Schwerverkehr besonders im Ortszentrum von Würenlos und weiteren Gemeinden zunehmen wird. Und sie bemängeln, dass keine Untersuchungen über die Auswirkungen der Deponie auf die Gewässer, Vögel- und Säugetierbestände sowie die Landschaft vorliegt.