Zuglärm

Massnahmen an den Limmatbrücken zeigen Wirkung

Bild: Martin Rupf

Dank Schallabsorbern donnert es weniger, wenn Züge über die unteren Limmatbrücken fahren.

Bild: Martin Rupf

In Wettingen konnten die Uhren bereits vor 100 Jahren nach dem pünktlich über die Limmatbrücken donnernden Orientexpress gerichtet werden. Seither hat mit dem Verkehr auch die Lärmbelastung in den benachbarten Wohngebieten zugenommen.

Zwar unternahmen die SBB 2001/2002 erste Sanierungsmassnahmen, der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus. Nachdem sich die Anwohner über den anhaltenden Brückenlärm beschwert hatten, wies das Bundesamt für Verkehr (BAV) die SBB an, bei der Lärmsanierung von Stahlbrücken innovative Wege zu beschreiten.

Schienen elastisch gelagert

Die SBB folgten der Anweisung und nahmen letztes Jahr Massnahmen vor - ohne dass der Bahnverkehr eingeschränkt wurde. Sie lagerten die Gleise auf den beiden unteren Limmatbrücken zwischen Baden und Wettingen elastisch. Zudem wurden die Schienenstege mit Schallabsorbern versehen. «Mit diesen beiden Massnahmen konnten die hörbaren Schwingungen der Brückenkonstruktion um rund 6 Dezibel reduziert werden», erklärt BAV-Sprecher Gregor Saladin. Das lästige Brückendröhnen könne somit kaum mehr wahrgenommen werden.

Die Kombination dieser beiden Massnahmen wurde in der Schweiz erstmals angewandt. «Mit herkömmlichen Schallschutzwänden hätten wir den Lärm nicht reduzieren können, da die Lärmemissionen von der schwingenden Brücke selbst ausgehen», sagt Saladin.

Zu viel Lärm am Gottesgrabenweg

Nun, da sich die Massnahmen offensichtlich bewährt haben, gilt es, die baulichen Veränderungen nachträglich in ihren rechtmässigen Zustand zu überführen. Noch bis zum 13. Juli liegt das Projekt in Baden und Wettingen auf.

Gegenstand des Verfahrens bildet auch die Korrektur des Emissionsplans im Bereich der Brücken. «Der Bund hat eine Prognose erstellt, wie gross die Lärmbelastung 2015 nach der Sanierung und unter Berücksichtigung der Verkehrszunahme sein wird», so Saladin. Ziel des Bundes sei es gewesen, zwei Drittel der Bevölkerung entlang von Bahnlinien vor übermässigem Lärm zu schützen. «Nun zeigt sich, dass dieses Ziel auf dem Abschnitt zwischen Baden und Wettingen gar überschritten wird - also weniger als ein Drittel unter übermässigem Lärm leidet.»

Davon können sich jene, die weiter unter dem Lärm leiden, wenig kaufen. Bei den unteren Limmatbrücken sind das vor allem die Bewohner des Gottesgrabenweges in Wettingen. «Hier werden die Immissionsgrenzwerte in der Nacht überschritten», so Saladin.

Bund zahlt an Schallschutzfenster

Doch auch diese Bewohner werden nicht im Stich gelassen. «Beim Einbau von Schallschutzfenstern beteiligt sich teilweise der Bund», erklärt Saladin. Die Sanierungskosten in der Höhe von 2,2 Mio. Franken - rund 10- bis 15-mal weniger als eine neue Brücke - werden über den Fonds zur Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs finanziert.

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