Verbleib im Amt
Mediator über Geri Müller: «Etwas wird hängen bleiben»

Markus Leimbacher ist seit Jahren Mediator. Der Ausgang der Mediation des Badener Stadtrats überrascht ihn nicht. Doch die Lösung sei mutlos, sagt er. Nicht nur das Vertrauen in Geri Müller, auch das Vertrauen in den übrigen Stadtrat habe gelitten.

Manuel Bühlmann
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Markus Leimbacher über Geri Müller nach dem Ende der Mediation: «Der Stadtrat will offenbar nicht, dass er Baden repräsentiert.»

Markus Leimbacher über Geri Müller nach dem Ende der Mediation: «Der Stadtrat will offenbar nicht, dass er Baden repräsentiert.»

AZ
Markus Leimbacher referiert am Seminar.

Markus Leimbacher referiert am Seminar.

Christoph Voellmy

Markus Leimbacher, die Mediation im Fall Geri Müller ist beendet. Er erhält seine Ressorts mit Ausnahme des Standortmarketings zurück. Ihr Urteil?

Markus Leimbacher: Das Ergebnis überrascht mich nicht. Der Stadtrat hat sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt. Alle Beteiligten können so einigermassen ihr Gesicht wahren. Die Lösung ist vertretbar, aber mutlos.

Wieso mutlos?

Mutig wäre gewesen, wenn der gesamte Stadtrat zurückgetreten wäre und sich bereits heute zur Wiederwahl gestellt hätte. Auf diese Weise hätte die Vertrauensfrage endgültig beantwortet werden können. Meiner Meinung nach hat nicht nur das Vertrauen der Badener Bevölkerung in Geri Müller, sondern auch jenes in den übrigen Stadtrat unter der Affäre gelitten. Aber vor diesem riskanteren Weg hatten die Beteiligten wohl Angst.

In der Medienmitteilung ist die Rede von einer «pragmatischen Lösung» und dem «rechtlich gangbaren Weg». Nach einer Versöhnung tönt das nicht. Ist unter diesen Umständen eine Zusammenarbeit möglich?

Das wird sich zeigen müssen. Die Mitteilung lässt tatsächlich auf ein Zusammenraufen und nicht auf eine Liebesheirat schliessen. Dennoch traue ich den Stadträten zu, dass sie sachlich weiterarbeiten und die persönlichen Befindlichkeiten ausklammern.

Ist Geri Müller nun vollständig rehabilitiert?

Nein, etwas wird hängen bleiben. Das Standortmarketing erhält er nicht zurück. Der Stadtrat will offenbar nicht, dass er Baden repräsentiert. Die Affäre hat Geri Müller sehr geschadet. Ich bezweifle, dass es ihm in drei Jahren für eine Wiederwahl reichen wird. Es ist wohl zu viel Vertrauen verspielt.