Sie haben das beste Schienennetz der Welt, zu Stosszeiten gibt es keine Sitzplätze und bei Schnee sind sie immer zu spät – die Schweizerischen Bundesbahnen SBB. «Alle kennen sie – oder glauben, sie zu kennen», unter diesem Motto erzählt Mediensprecher Daniele Pallecchi aus dem turbulenten Alltag der SBB. Rund dreissig Zuhörer lockt der Treffpunkt Ennetbaden an diesem Mittwochabend in den reformierten Pfarrsaal.

Schuld sind die Kantone

Für viele ist der halbstaatliche Betrieb Alltag. Entsprechend gross ist das Interesse am Thema. Bereits bei der dritten Folie der Präsentation geht die grosse Diskussion los. Trotz ihrer Leistung müssen die SBB immer wieder mit viel Kritik rechnen. Brennpunktthemen wie Kosten und Sitzplatzmangel bleiben auch an diesem Abend nicht verschont. Mit klarer Stimme und viel Humor räumt der eingefleischte Ennetbadener Daniele Pallecchi zugleich mit einigen Vorurteilen auf.

«Viele wissen nicht, dass nur der Fernverkehr auf die Rechnung der SBB geht», sagt Pallecchi. So werde der Regionalverkehr von den Kantonen organisiert. Wie viele Züge wie oft fahren, wird von jedem Kanton einzeln festgelegt, die SBB dienen lediglich als Carrier. Ebenso werde die Infrastruktur vom Bund betrieben, die SBB verdienten letztlich nur am Personenverkehr und den Immobilien. Zumal auch der Güterverkehr ein Nullsummenspiel sei.

«Ich hatte ja keine Ahnung», sagt eine Zuhörerin erstaunt. Mit einfachen Worten und zugleich spannend vermittelt Daniele Pallecchi komplexe Vorgänge und Fakten. Der Anfangsfünfziger selbst ist in Ennetbaden aufgewachsen und lebt noch immer hier. Viel Sympathie kann er sich bei den Zuhörern bereits zu Beginn des Abends mit gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Zeiten holen.

Schliesslich will der Treffpunkt ein spezielles Augenmerk auf die Gemeinde haben, egal, um welches Thema es sich dreht. «Wir wählen immer nur Leute von Ennetbaden aus, denn hier gibt es einfach so viele interessante Menschen», sagt Erika Maurer, Teammitglied des Treffpunkts.