Obersiggenthal

Mehr Schlemmen denn Schwimmen in der nächtlichen Badi

Wenn die meisten Badeanstalten ihre Tore schliessen, geht es im Gartenbade in die Verlängerung. Doch weil die Nächt noch immer ziemlich kühl sind, schätzen die Gäste mehr die kulinarischen Köstlichkeiten denn die Möglichkeiten, in der Nacht noch schwimmen zu können.

Das Gartenbad Obersiggenthal lädt an den Wochenendabenden bis Ende Juli zu den (b)lauen Nächten. Restaurant und Schwimmbecken bleiben dann für einmal bis Mitternacht geöffnet.

Das Kassenhäuschen stand leer. Lediglich die Schiefertafel liess erahnen, dass im Schwimmbad Obersiggenthal noch lange nicht Feierabend war: «Terrassen-Restaurant im Gartenbad geöffnet.»

Vorbei ging’s am verwaisten Kassenhäuschen und die Treppe hoch zum 50-Meter-Becken des Gartenbads, wo einige Schwimmer die Gelegenheit nutzten, bis Mitternacht im Wasser bleiben zu dürfen.

Dazu gab es Gratiseintritt ab 19 Uhr. Die meisten Gästen mochten es indes warm und trocken: Sie stillten ihren Hunger im Restaurant auf der Terrasse, das einen schönen Blick über Gartenbad und Wald ob Obersiggenthal eröffnet.

Auf Italiener folgen die Walliser

Die (b)lauen Nächte finden seit Ende Juni jeweils am Freitag- und Samstagabend im Schwimmbad Obersiggenthal statt.

Dies ist bereits die vierte Saison, in der Betriebsleiter Thomas Weber die Aussenbecken und das Restaurant bis Mitternacht zugänglich lässt: «Die (b)lauen entwickeln sich immer mehr zum kulinarischen Anlass», sagte Weber.

«Wer jetzt noch in Badehosen rumläuft, zählt schon zu den Exoten.» Denn die Nächte sind derzeit trotz schönen Wetters nicht sehr lau. Tropische Nächte gebe es in der Schweiz sowieso wenige, so Weber.

«Bella Italia» lautete Motto des Abends im Restaurant. Pächter Walter Schatzmann servierte mit seinem Team italienische Spezialitäten.

Nächste Woche folgen zwei Walliser Abende, offiziell die letzten (b)lauen Nächte in diesem Jahr. Doch Weber erwägt, ein weiteres Wochenende dranzuhängen: «Wir spüren, dass Ferienzeit ist.

Vor allem in den ersten beiden Wochen sind viele in den Ferien.» Am letzten Ferienwochenende im August, sofern das Wetter mitmache, sei die Badi dann zum Bersten voll.

Inzwischen hatte die Nacht die Badi Siggenthal ganz in ihren Fängen. Die Lichtgirlanden leuchteten mit voller Kraft, das Wasser schimmerte hellblau.

Ein letzter Schwimmer pflügte das Wasser emsig in sauberem Crawl- und Delfin-Stil, bis auch er sich ins Badetuch hüllte, um sich aufzuwärmen.

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